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Wohngalerie für Wohnen, Design und Lebensart des 20. Jahrhunderts

Eine tolle Adresse im Internet: http://www.teenagewasteland.de/
TeenageWasteland zeigt eine virtuelle Sammlung ausgesuchter Möbel, Leuchten, Accessoires, Geräte und Objekte, die einen zeittypischen Einblick auf ihre Entstehungsepoche zulassen. Der Schwerpunkt ist Design und Lebensart des 20. Jahrhunderts, vornehmlich die 50er, 60er und 70er Jahre, aber auch die eine oder andere Kostbarkeit aus den 20er, 30er Jahren oder Antiquität ist mit dabei. Teils mit ausführlichen Informationen zu Entstehung, Material, etc.

http://www.teenagewasteland.de/

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Open air, Bremen

SAMSTAG, 5. JUNI 2021 VON 15:00 BIS 19:00
Open Air Festival DKP #019 Nachmittags
Die Komplette Palette / Das Kleine Paradies, Bremen

Abhängig von der aktuellen Situation geht es an diesem Wochenende in die zweite Runde. Diese Veranstaltung findet offline statt.
Der Stream ist die Weser.
Die erste Veranstaltung findet von 15h bis 19:00h statt, die zweite von 19:30 bis 23:59 . Es können jeweils 250 Gäste an diesen Veranstaltungen teilnehmen, damit die geltenden Abstände gewahrt werden.
Die diesjährige Oben-Ohne-Bühne namens MS Contain wird mit Bands und DJs bespielt, die persönlichen Paletten-Dancefloors bieten Platz und Abstandsmöglichkeit.
Wie auch in den letzten Jahren gibt es einen bunten Strauß an Styles und Vibes, für Good Times an der frischen Luft.
Das musikalische Programm besteht aus ganz feinen Zutaten, die Anfang Mai veröffentlicht werden.
Tickets gibt es nur im Vorverkauf ab ca Anfang Mai!
Keine Abendkasse!

https://www.facebook.com/events/243429187447912/
https://dkp.online/

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Aloe Vera

Dieses Liliengewächs (Aloe barbadensis Miller) wird schon lange wegen seiner wunderbaren kosmetischen Effekte geschätzt und wird auch als lebende Hausapotheke bezeichnet. Bei Bedarf schneidet man Teile der unteren, älteren Blätter ab und bringt den austretenden, dickflüssigen Saft direkt auf die Haut, z.b. bei Sonnenbrand oder als Feuchtigkeitsspender, als Gleitmittel nach den Wechseljahren, als Aftershave, bei kleinen Verletzungen, Verbrennungen oder Insektenstichen. In Südostasien wird der Saft auch wie flüssige Seife für die Haarwäsche genutzt. Auch gibt es eine spezielle Züchtung der Aloe barbadensis Miller („sweet“), die als essbare Aloe bezeichnet wird, da die sonst üblichen Bitterstoffe fehlen. Sie wird z.B. für Joghurts oder Mixgetränke verwendet, kann aber auch pur gegessen werden. Die herkömmliche Aloe Vera schmeckt dagegen extrem bitter und ist nur für den äußerlichen Gebrauch geeignet. So ist die bekannte Aloe Vera (Aloe barbadensis Miller) in Deutschland auch nicht als Heilpflanze, sondern nur zu kosmetischen Zwecken zugelassen.

Einzig die Baum-Aloe ( Aloe arborescens) ist in Deutschland als Heilpflanze zugelassen. Eine verbreitete Anwendung findet sich in der Unterstützung von Tumorbehandlungen, als Vorbereitung für eine traditionelle Therapie oder in Endstadien, wenn andere Therapien nicht mehr helfen. Außerdem wird über positive Wirkungen in der Behandlung von arthritischem Rheumatismus, zur Wiederherstellung der Leberfunktion und zur Senkung des Blutzuckerspiegels bei Diabetes Mellitus berichtet. Aloe arborescens gilt wegen abführender Anthrachinone als wirkungsvolles Entschlackungsmittel und soll sogar bei Fibromallergie helfen.

Die Besonderheit ist, dass bei Aloe arborescens das gesamte Blatt verwendet wird. Die Chlorophyll- und faserhaltige, grüne Außenschicht, die anthrachinonhaltige perizyklische Schicht, mit dem gelben „Lebenssaft“ und die innere Schicht mit dem bekannten durchsichtigen Aloe-Gel.

Der brasilianische Franziskaner-Pater Romano Zago aus Porto Allegre hat ein Buch über diese Heilpflanze geschrieben, das auch in deutsch übersetzt wurde. Hier findet sich ein Rezept von ihm, das gegen Krebs eingesetzt wird:

„Zutaten:

  1. Soviel abgeschnittene Aloe-arborescens-Blätter, dass sich die Länge von einem Meter ergibt (ca. 3-7 Stück)
  2. 500g kaltgeschleuderter Honig
  3. 5-6 EL Zuckerrohrschnaps (oder Kirschwasser)

Zubereitung:

  1. Die Blätter mit einem Tuch von Staub und Unreinheiten säubern, nicht waschen.
  2. Die Stacheln mit einem Messer sanft entfernen.
  3. Die Blätter klein schneiden
  4. Alle Zutaten im Mixer gut zerkleinern. Den Sirup kühl und dunkel verwahren.

Einnahme:
Bei vorhandener Krankheit ca. 20ml 2-3 mal täglich ca. 15 Minuten vor den Mahlzeiten einnehmen. Bei gesunden reicht ein Esslöffel morgens auf nüchternen Magen.

Wichtige Hinweise:

  1. Wurde mit der Einnahme des Aloe-Sirup begonnen, sollte es bis zum vollständigen Verbrauch des Sirups keine Unterbrechung geben.
  2. Nur die Blätter des Aloe arborescens verwenden! Andere sind für den Sirup nicht geeignet.
  3. Die Blätter nur morgens, kurz vor Sonnenaufgang oder abends, unmittelbar nach Sonnenuntergang abschneiden, da die Pflanze dann die stärksten Vitalkräfte hat.“

Andere Sorten, wie die KAP-ALOE (Aloe ferox) haben innerlich stark abführende Wirkung, diese Spezies ist z.B. ein Bestandteil von Schwedenbitter. In Polen sagt man: Zu jeder Mahlzeit ein Schnapsglas, mit gleichem Anteil Aloe-Blätter und Wodka im Mixer püriert, wirkt Wunder!

Ich dagegen schätze die wunderbare Wirkung von Aloe bei sonnengestresster Haut. Einfach ein Blatt abschneiden und auf die Haue reiben…herrlich entspannend.

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Naturnahe Landwirtschaft – Permakultur

Naturnahe Landwirtschaft – Wie zukunftsfähig ist das Konzept der Permakultur?

Von Stephanie Kowalewski, veröffentlicht auf www.deutschlandfunkkultur.de

Immer mehr Menschen interessieren sich für den Pflanzenanbau mit Permakultur, besonders in den Städten. Aber auch Bauern wirtschaften bereits erfolgreich mit der Methode, die auf Artenreichtum, Mischkultur und Humus setzt – ganz ohne Chemie.

„Das Wort Permakultur ist eine Verbindung von zwei Worten, von permanent und agriculture – permanent agriculture“. Denn es geht darum, über Jahrhunderte hinweg ausreichend zu ernten, um die Menschheit zu ernähren, ohne dabei die Böden auszulaugen oder Pflanzen und Tiere zu schädigen, indem die Natur so gut es geht kopiert wird.

Das ist ein gravierender Gegensatz zur sogenannten konventionellen Landwirtschaft, zum Beispiel in Deutschland:
Im derzeit vorherrschenden System ist es so: Wir haben bei knapp 12 Millionen Hektar Ackerland etwa die Hälfte Getreide. Die Hälfte davon wieder ist Weizen. Das heißt, ein Viertel des Ackerlandes besteht nur aus einer Kultur: Weizen.

Laut Weltagrarbericht dienen aber nur 43 Prozent des Getreides als Lebensmittel. Der überwiegende Teil wird zu Tierfutter, Sprit und Industriestoffen verarbeitet. Unstrittig ist auch, dass die industrielle Landwirtschaft erheblich zu den großen globalen Problemen beiträgt: Artensterben, Klimawandel, Umweltverschmutzung sowie Armut und Ungerechtigkeit. Dennoch geht es in der Agrarforschung bislang nicht um ein Umdenken, sondern um die Optimierung der Monokultursysteme.
Durch Züchtung, angepasste Bodenbearbeitung, Düngung, neuartigen Pflanzenschutz. Aber letztlich versucht man an dem Paradigma einer Reinkultur nichts zu ändern.

Dabei führt dieser Weg schon jetzt zu ausgelaugten Böden, die immer weniger Ertrag bringen. Weltweit gehen jedes Jahr Millionen Hektar fruchtbarer Boden verloren. Um Humus aufzubauen, empfehlen die Väter der Permakultur den Boden so wenig wie möglich zu stören – also nur oberflächlich lockern, statt pflügen und umgraben. Das widerspricht allem, was Landwirte und Hobbygärtner seit Jahrzehnten gelernt haben. Ein Umdenken wäre demnach nötig. Bei den Lebensmittelproduzenten ebenso wie bei den Konsumenten.

„Das Problem ist eben dieser Ressourcenverbrauch, der uns dahin bringt, zwar sehr billig Lebensmittel produzieren zu können aber Ressourcen raubt, die unsere Kinder brauchen.“
Mit der Permakultur verändert man den Ansatz, die Herangehensweise. Permakultur ist ein Ding zwischen Philosophie und Lebensauffassung und ein Werkzeug, um enkeltaugliche Lösungen zu finden.

Wie das gelingen kann, haben die beiden Australier Bill Mollison und David Holmgren im Konzept der Permakultur beschrieben, für das sie 1981 den Alternativen Nobelpreis bekommen haben.

Mischkultur, Zonierung und Energieeffizienz
Permakultur ist ein Konzept, das auf die Schaffung von dauerhaft funktionierenden nachhaltigen und naturnahen Kreisläufen zielt. Ursprünglich für die Landwirtschaft entwickelt, ist sie inzwischen ein Denkprinzip, das auch Bereiche wie Energieversorgung, Landschaftsplanung und die Gestaltung sozialer Infrastrukturen umfasst.

Grundprinzip ist ein ökologisch, ökonomisch und sozial nachhaltiges Wirtschaften mit allen Ressourcen.
Permakulturell gestaltete Lebensräume werden als Systeme aufgefasst, in denen das Zusammenleben von Menschen, Tieren und Pflanzen so miteinander kombiniert wird, dass die Systeme zeitlich unbegrenzt funktionieren und die Bedürfnisse aller Elemente so weit wie möglich erfüllt werden. Bei der Gestaltung solcher Systeme werden auch integrative Denkansätze und Erkenntnisse aus Systemtheorie, Biokybernetik und Tiefenökologie angewandt. Dabei richtet sich die Aufmerksamkeit nicht nur auf die einzelnen Bestandteile eines Systems, sondern insbesondere auch auf die Beziehungen zwischen diesen und ihre optimale Nutzung für den Aufbau produktiver Systeme.

Ziel einer permakulturellen Planung ist die Erhaltung und schrittweise Optimierung, um ein sich selbst regulierendes System zu schaffen, das höchstens minimaler Eingriffe bedarf, um dauerhaft in einem dynamischen Gleichgewicht zu bleiben. Dabei stehen sich die Befriedigung kurzfristiger Bedürfnisse und die nachfolgender Generationen gleichwertig gegenüber. Das System soll stets produktiv und anpassbar bleiben. Vorbild sind dabei meist beobachtbare Selbstregulations­prozesse in Ökosystemen wie etwa Wäldern, Seen und Ozeanen.

Permakultur setzt auf mehrjährige und sich selbst vermehrende Pflanzen.
Es gibt Beete mit Kohlpflanzen, Rosenkohl, Grünkohl, dazwischen liegen Eierschalen, ein alter Kaffeefilter, der schon ein bisschen verrottet ist. Das ist Flächenkompostierung. Wenn man naturnah den Boden bearbeiten will, dann muss man Humus anreichern. Die Arbeit machen die Bodenlebewesen, die brauchen Nahrung und setzten das mit der Zeit um. Gleichzeitig ist das auch Mulch. Der Boden ist abgedeckt, die Verdunstung wird runtergefahren.
Blanke Erde sieht man nirgendwo. Gibt es in der freien Natur ja auch nicht. Die Gemüsebeete werden dicht an dicht bepflanzt. Alles wirkt ein bisschen wild, durcheinander, irgendwie chaotisch. Aber dahinter steckt ein ziemlich ausgetüftelter Plan.

Zum Beispiel die Zonierung
Das bedeutet, dass man vorne die Pflanzen hat, die schnell wachsen, um die man sich vielleicht ein bisschen mehr kümmern muss. Pflanzen, die länger wachsen, die kommen dann in die zweite Reihe. Und dann kann man noch die dritte Reihe machen, wo dann praktisch Stauden hinkommen, die man mehr sich selbst überlassen kann. Das andere ist die Stapelung. Das bedeutet, dass man die Pflanzen so anordnet, dass die niedrigen Pflanzen vorne sind, die höheren dahinter und so. Und dann kommt noch die Mischkultur.

Die Radieschen vom vergangenen Jahr sind rund 50 Zentimeter hoch und dürfen bleiben. Der Boden wird nur oberflächlich gelockert. Knoblauch neben Erdbeeren, weil die Knolle die Beeren vor Schimmel schützt. Dazu passen Gurken – und überall dazwischen wachsen Salate, Wildkräuter und Beerensträucher. Weil die Pflanzen sich gegenseitig nützen und schützen, kommen Permakulturgärtner ohne Chemie aus.

Dieses Wissen findet man bis jetzt aber kaum an Universitäten und Ausbildungsstätten der Landwirte.
„Die Wissenschaft hat die Permakultur bisher auch noch nicht so besonders stark in den Fokus genommen. Wir sind bei der Permakultur, was die wissenschaftliche Betrachtung angeht, an einem Punkt, wo wir beim Ökolandbau vor 40 Jahren waren“, sagt Professor Thomas Döring, der an der Universität Bonn den Fachbereich Agrarökologie und Organischer Landbau leitet.

Die Ideen der Ökopioniere von damals wurden auch lange belächelt, sagt er. Heute macht die organische Landwirtschaft Milliardenumsätze. Ob die Permakultur auch einmal so erfolgreich sein wird, ist ungewiss. Die Forschung nimmt bislang nur einzelne Elemente des Konzepts unter die Lupe, wie etwa die typischen Mischkulturen. Es kam heraus, dass bei Permakulturen in 45 Ländern über alle Permakultursysteme hinweg insgesamt im Mittel 42 verschiedene Arten pro Standort wachsen. Das ist ein Vielfaches von dem, was auf einem normalen landwirtschaftlichen Betrieb angebaut wird. Diese große Vielfalt ist ein Schatz.

Es gibt zwar keine staatlich anerkannte Ausbildung, aber Führungen in Permakultur-Gärten, Vorträge, Praxisworkshops und auch mehrjährige Lehrgänge die man mit dem Titel Permakultur-Designer beziehungsweise Permakultur-Gestalter abschließt.

Tatsächlich ist die Permakultur ein Schmelztiegel für uraltes aber fast vergessenes Wissen rund um Natur, Landwirtschaft und Gemeinwohl. Bill Mollison und David Holmgreen haben daraus das Konzept für essbare, artenreiche und widerstandsfähige Landschaften entwickelt, das gerade offensichtlich den Zeitgeist trifft.

Die Anwendung von Permakulturprinzipien im Sinne einer integrativen, zukunftsfähigen Gestaltung unserer Lebensräume hat von Beginn an zur Formulierung ethischer Grundgedanken geführt. Auch diese wurden und werden ständig weiterentwickelt und bilden die Grundhaltung permakulturellen Denkens und Handelns. Sie sollen als Richtlinie für jegliches Permakultur-Design aufgefasst werden, sei es ein Garten-, Landwirtschafts- oder Forstprojekt, sei es der Bau eines Hauses oder einer ganzen Siedlung.

Ethische Grundwerte:
Achtsamer Umgang mit der Erde (Earthcare)
– diese ökologische Komponente zielt auf den behutsamen und vorausschauenden Umgang mit den natürlichen Lebensgrundlagen (Ressourcen), die als ein Geschenk der Erde für alle Lebewesen aufgefasst werden. Um ein Permakultur-Design als nachhaltig bezeichnen zu können, sollen die natürlichen Regenerations­zyklen (Stoff- und Energiekreisläufe) der lebenserhaltenden Systeme bewusst und langfristig eingeplant werden.

Achtsamer Umgang mit den Menschen (Peoplecare)
– diese soziale Komponente nimmt insbesondere Rücksicht auf die Selbstbestimmungsrechte aller Menschen. Hier wird das Problem von Freiheit und Verantwortung besonders deutlich. Allen das Recht auf eine frei gestaltbare Nutzung der Lebensgrundlagen zu gewährleisten, erfordert eine Balance zwischen individuellen und gemeinschaftlichen Bedürfnissen. Hieraus entspringt eine ethische Forderung nach sozialer Gerechtigkeit. Alle Menschen sollen das gleiche Recht auf Zugang zu den Lebensgrundlagen haben.

Selbstbegrenzung (Wachstumskritik) und Überschussverteilung (Limits to consumption and growth, redistribution of surpluses)
– Diese ökonomische Komponente leitet sich von der begrenzten Belastbarkeit und Regenerationsfähigkeit des Planeten Erde ab. Menschen sollen lernen, eine zukunftsfähige Selbstbegrenzung in Bezug auf die Befriedigung ihrer Bedürfnisse auszuüben, als Einzelne und als Gemeinschaft. Die dritte Komponente steht daher für eine bewusste Umsetzung von Selbstbegrenzung und einer (Rück)Verteilung der gemeinsam erzielten Überschüsse. Letztere bezieht sich auch auf die adäquate Rückführung in natürliche Kreisläufe. Damit schließt sich der Kreis zu Earthcare und Peoplecare, bzw. überschneiden sich die drei ethischen Aspekte.

Außerdem definierte Holmgren zwölf Gestaltungsprinzipien:
1. Observe and Interact – Sorgfältige Beobachtung systemischer Abläufe und durchdachte Interaktion mit den Systemelementen.
2. Catch and Store Energy – Wiederentdeckung und adäquate Nutzung von Energieträgern, die für alle Kulturen ein (überlebens)wichtiger natürlicher Reichtum waren: Wasser, Bodenhumus, Saatgut und Bäume. Besonderes Augenmerk auf lokale und regionale Autonomie, um im Zeitalter einer Energiewende nicht ‘von außen abhängig’ zu sein.
3. Obtain a Yield – Implementierung und Erhaltung ertragreicher Systeme wird Nachahmer inspirieren. Erfolgreiche Permakultursysteme werden sich ausbreiten (private und kommunale Selbstversorgung).
4. Apply Self-regulation and Accept Feedback – Selbstregulationsprozesse (produktive Feedbackschleifen) in den Systemen erkennen und nutzen. Je weniger in Systeme eingegriffen werden muss, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit, störend einzugreifen und arbeitsintensive Folgeschäden zu verursachen.
5. Use and Value Renewable Resources – Behutsame aber produktive Nutzung von erneuerbaren Ressourcen (Sonne, Wind, Wasser, Biomasse). Gleichzeitig verminderter Input nicht-erneuerbarer Ressourcen.
6. Produce No Waste – Abfallvermeidungs- und -verwertungskaskade: refuse, reduce, reuse, repair, recycle (dt. verzichten, vermindern, wiederverwenden, reparieren, recyceln).
7. Design from Patterns to Details – Erfolgreiche Gestaltung erfordert zunächst ein Verständnis der übergeordneten Muster in der Natur. Die geplanten und gewünschten Details eines Permakulturprojekts berücksichtigen diese Muster und richten sich nach ihnen (top-down thinking, bottom-up action).
8. Integrate Rather than Segregate – Kooperation vielfältiger Elemente statt Eliminierung einzelner und Konkurrenz untereinander.
9. Use Small and Slow Solutions – Kleine und langsame Lösungsstrategien machen Systeme für Menschen leichter überschaubar und langfristig produktiver als große mit hohem Energie- und Zeitaufwand.
10. Use and Value Diversity – Die Vielfalt von Elementen in Systemen nutzen und bewahren. Dies erhöht die Ausfallsicherheit und ermöglicht wiederum langfristige Selbstorganisation.
11. Use Edges and Value the Marginal – Den Reichtum und die Bedeutung von Randzonen (Übergänge von Systemen) erkennen und nutzen.
12. Creatively Use and Respond to Change – Kreative Nutzung natürlicher Kreisläufe und Sukzessionsfolgen, um auf kommende Herausforderungen flexibel und adäquat antworten zu können.

Noch sind die Landwirte mehr als zurückhaltend. Eine Umstellung auf Permakultur wäre tatsächlich eine große Herausforderung. Aber sie könnte behutsam, Schritt für Schritt erfolgen, denn schon einzelne Elemente der Permakultur können einen konventionellen Bauernhof nachhaltiger machen und gleichzeitig den Ertrag verbessern und, im Prinzip eignet sich jedes Feld dafür, Permakultur kann auch auf einem 1000 Hektar-Betrieb helfen und sinnvoll eingesetzt werden.

Hecken und Obstbaumreihen zum Beispiel helfen den Boden zu festigen, machen ihn zu einem besseren Wasserspeicher, schützen vor Wind und sorgen obendrein auch noch für eine zusätzliche Ernte.
Es kommt immer den Pflanzen zugute, weil die gerne in Gesellschaft wachsen. Dadurch hat der Kohlweißling es auch nicht ganz so leicht den Kohl zu finden, wenn die stark duftenden Tagetes daneben stehen. Das ist auch eine Form von Pflanzenschutz.

Permakultur-Fans sagen: Die ganze Welt war ursprünglich Permakultur. Milliarden von Jahren war die Welt Permakultur. Für sie ist völlig klar: Permakultur ist die Lösung.“ Und zwar die Lösung für die gegenwärtige Krise der Landwirtschaft und die weltweiten Ernährungsengpässe.
Friedrich Lehmann war ursprünglich klassischer Bauer, dann Bio-Bauer und hat vor 30 Jahren die Permakultur für sich entdeckt. Er sagt über die klassische Landwirtschaft:
„Mit der Art, wie wir Landwirtschaft betreiben, lässt sich unglaublich viel kurzfristiges Geld verdienen. Da geht es um Milliarden. Und wenn wir so arbeiten, wie wir in den letzten 200 Jahren gearbeitet haben, werden wir uns selber vernichten. Weil wir den Boden auslaugen, die Grundlagen zerstören, die Ressourcen zerstören.“
Eines der Hauptaspekte der Permakultur ist auch das Beobachten: Was hab ich da, was sehe ich denn, welche Ressourcen sind da.“

Vor allem in der Stadt ist Permakultur angesagt
Das ist gut so, meint Stefan Schwarzer, selbst Permakultur-Designer und Geograf bei den Vereinten Nationen:
„Permakultur wird in Deutschland vor allen Dingen von Städtern besetzt, die in ihrem kleinen Hausgarten Mischkultur betreiben wollen und eben sorgsam mit der Erde umgehen wollen, Vielfalt für Insekten und Vögel et cetera – was ja relativ hip ist in der westlichen Welt. Das ist auf der einen Seite die gute Nachricht, denn es braucht ganz viel Bewusstsein dafür, unseren Lebensstil zu verändern. Aber Permakultur und Landwirtschaft sind Bereiche, die sich noch nicht so hier überschnitten haben.“

Elemente für eine zukunftsweisende Landwirtschaft
Noch sind die Landwirte mehr als zurückhaltend. Eine Umstellung auf Permakultur wäre tatsächlich eine große Herausforderung. Aber sie könnte behutsam, Schritt für Schritt erfolgen, denn schon einzelne Elemente der Permakultur können einen konventionellen Bauernhof nachhaltiger machen und gleichzeitig den Ertrag verbessern, sagen Professor Thomas Döring und Stefan Schwarzer:
„Im Prinzip eignet sich jedes Feld dafür.“
„Permakultur kann auch auf einem 1000 Hektar-Betrieb helfen und sinnvoll eingesetzt werden.“

Hecken und Obstbaumreihen zum Beispiel helfen den Boden zu festigen, machen ihn zu einem besseren Wasserspeicher, schützen vor Wind und sorgen obendrein auch noch für eine zusätzliche Ernte.

„Das kann eigentlich jeder machen. Die Natur beobachten und dann kopieren. Das kann jeder Bauer machen“, davon ist der Händler und Obstbauer Friedrich Lehmann überzeugt.

Und zwar die Lösung für die gegenwärtige Krise der Landwirtschaft und die weltweiten Ernährungsengpässe.
„Mit der Art, wie wir Landwirtschaft betreiben, lässt sich unglaublich viel kurzfristiges Geld verdienen. Da geht es um Milliarden. Und wenn wir so arbeiten, wie wir in den letzten 200 Jahren gearbeitet haben, werden wir uns selber vernichten. Weil wir den Boden auslaugen, die Grundlagen zerstören, die Ressourcen zerstören.“

Noch zögern selbst Biobauern hierzulande, auf Permakultur zu setzten. Es gibt eben kaum Studien, die zeigen, dass sich eine Ernte im Einklang mit der Natur auch rechnet.

Das tut sie aber, sagt Stefan Schwarzer von den Vereinten Nationen, weil es ein ganzheitliches Konzept ist. Er verweist auf die bekannte „Ferme du Bec Hellouin“. Diese nur 3500 Quadratmeter große Farm in der Normandie ist zu einer Art Pilgerstätte für umweltbewusste Menschen geworden, denn der kleine Obst- und Gemüsebetrieb arbeitet – wissenschaftlich begleitet – nach den Prinzipen der Permakultur.

„Auf einem Zehntel der Fläche können die genauso produzieren, mit viel Handarbeit, wie ein normaler Gemüsebetrieb eben auf der zehnfachen Fläche“, sagt Stefan Schwarzer.

Besondere Einsatzmöglichkeiten für Entwicklungsländer
Auch andere Studien deuten eindeutig darauf hin, dass sich mit der Permakultur gute Erträge erzielen lassen, sagt Thomas Döring, Leiter des Fachbereichs Agrarökologie und Organischer Landbau an der Bonner Universität.
„Wenn man zwei Arten mischt, zum Beispiel ein Getreide und eine Ackerbohne, dann kann man durchaus eine Produktivitätssteigerung feststellen – ungefähr so 16 Prozent mehr Ertrag – im Vergleich immer zu den beiden einzelnen Kulturen. Und wenn wir nur zwei Arten mischen, dann ist das nur ein winziger Schritt hin zu einer Permakultur, die ja im Mittel 42 verschiedene Arten auf einem einzigen Standort miteinander vereint.“

Deshalb, sagt Stefan Schwarzer, ist die dauerhafte Landwirtschaft nach Mollison und Holmgren ein Garant für die Ernährung der Menschen – gerade in Schwellen- und Entwicklungsländern:
„Ich bin überzeugt, dass Permakultur mit den Ansätzen, die Natur zu kopieren, in Entwicklungsländern ein Riesenpotenzial hat. Zum einen, weil dort mehr Sonne zur Verfügung steht und in verschiedenen Höhenschichten gearbeitet werden kann. Zum anderen, weil Handarbeit dort günstiger ist, als bei uns.“
Tatsächlich hängt die weltweite Ernährungssicherheit von mehr als 500 Millionen Kleinbauern ab, urteilt die Welternährungsorganisation.

Bauern hierzulande brauchen Unterstützung bei Umstellung
Aber auch hiesige Großbetriebe könnten von der Nachhaltigkeit der Permakultur profitieren, selbst wenn sie nur einzelne Elemente übernähmen. Doch gerade unsere Bauern brauchen dabei Unterstützung, sagt Stefan Schwarzer, denn in kaum einem anderen Land wird der Kampf um möglichst niedrige Lebensmittelpreise so hart gekämpft, wie bei uns. Das lässt den Landwirten kaum Spielraum, neue Wege zu gehen, erklärt er:
„Wenn wir neue Wege gehen wollen, dann müssen wir, als Gesellschaft, die Politik, die Bauern unterstützen, diese Wege auch gehen zu können. Aus eigenen Mitteln ist das kaum möglich. Da wird mit Centbeträgen gerechnet und teilweise dauerhaft Verlust gemacht.“
Eine Idee wäre es, die jährlich mehr als sechs Milliarden Euro aus der EU-Agrarförderung anders unter den deutschen Landwirten aufzuteilen. Es könnten die mehr bekommen, die nachhaltig wirtschaften.

„Gleichzeitig, denke ich, ist es aber auch wichtig, dass wir einen neuen Zugang zur ökonomischen Bewertung solcher Systeme bekommen“, betont Thomas Döring von der Uni Bonn, denn wir zahlen nicht den wahren Preis für Lebensmittel, sagt er:
„All diese allgemeinen Güter, die geschützt werden, müssen eigentlich auch mit einbezogen werden in eine solche übergreifende ökonomische Bewertung. Insbesondere Biodiversität, Schutz von nicht erneuerbaren Ressourcen wie Boden oder Grundwasser.“

Dann wäre laut der Universität Augsburg konventionell erzeugtes Fleisch fast 200 Prozent teurer. Biofleisch würde gut 80 Prozent mehr kosten. Obst und Gemüse aus konventioneller Landwirtschaft wäre fast 30 Prozent teurer, das vom Ökobauern 6 Prozent. Doch solche transparenten und realen Preise sind nicht in Sicht, bedauert Stefan Schwarzer. Dennoch: Ich glaube was helfen wird ist, dass immer mehr Bauern selbst merken, dass es so nicht weitergehen kann. Dass sie merken, dass der Boden nicht mehr fruchtbar ist. Und vielleicht liegt da die Hoffnung.“
Immerhin verlieren alleine die deutschen Bauern jeden Tag 60 Hektar an wertvollen Böden. Diese tote Erde wieder fruchtbar zu machen, kann Generationen dauern.

Außerdem wächst der Druck der Kunden. Zunehmend mehr Menschen sind auf der Suche nach ökologischen und alltagstauglichen Alternativen, die sich bestenfalls auch noch in Gemeinschaft umsetzen lassen.

Auszüge aus einem beitrag von Stephanie Kowalewski, veröffentlicht auf www.deutschlandfunkkultur.de

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Kräuterkunde – Zitronenmelisse

Zitronenmelisse – beruhigt und entspannt

Die ursprünglich aus dem Mittelmeerraum stammende Zitronenmelisse wurde als Arzneipflanze in Zentraleuropa importiert und häufig in Klostergärten angebaut. Melisse heißt im Griechischen nicht nur „Honigbiene“, sondern gilt auch als Bienenweide und wurde daher früher gerne vor Bienenstöcken angepflanzt. Die Behausungen wurden außerdem mit dem Pflanzensaft eingerieben, der mit seiner antiseptischen Wirkung die Ausbreitung von Krankheiten verhindern sollte. In der Volksheilkunde wird die Zitronenmelisse überwiegend gegen Unruhe und Schlafstörungen eingesetzt, ihr Wirkungsspektrum ist allerdings deutlich größer.

Die Melisse (Melissa officinalis) wächst bis zu 80 Zentimeter in die Höhe und duftet zitrusartig. Die Pflanze besitzt gegenständig angeordnete Blätter, die eiförmig aussehen und an den Rändern grob gesägt sind. In den Blattachseln sitzen weiße bis gelbliche, zweilippige Blüten, die sich in Scheinquirlen anordnen. Melisse gehört zu den Lippenblütlern (Lamiaceae) und blüht von Juni bis August. Sie stammt aus dem östlichen Mittelmeerraum, wird inzwischen aber in Mittel-, Süd- und Osteuropa angebaut.

Zitronenmelisse passt mit ihrem frischen zitonigem Aroma sehr gut zu Salaten, Pasta-Gerichten und Fisch. Auch Dressings, Dips und Saucen verleiht das Würzkraut eine frische Note. Bei heißen Gerichten ist es empfehlenswert, das frische Kraut erst am Ende des Kochvorgangs dazuzugeben, damit das Aroma nicht verloren geht. Die Blüten können zur Dekoration von Desserts oder Salaten genutzt werden.

Daneben kannten medizinische Gelehrte die Zitronenmelisse bereits im Altertum als Heilpflanze. Hildegard von Bingen empfahl das Kraut einst als Mittel, welches “das Herz freudig macht.” Mönche brauten aus Melisse, Alkohol und anderen Kräutern einen Trunk, der gegen Verdauungsbeschwerden helfen sollte und im weit bekanntem „Klosterfrau Melissengeist“, der Anfang des 19. Jahrhunderts von der Nonne Maria Clementine Martin zusammengestellt wurde, ist Zitronenmelisse ebenfalls eine wichtige Zutat..

Melissenblätter enthalten ätherisches Öl, das sich unter anderem aus den Substanzen Citral, Geranial, Neral und Citronellal zusammensetzt. Diese Stoffe sind für den zitronenartigen Geruch verantwortlich. Daneben kommen beta-Caryophyllen und sogenannte Lamiaceengerbstoffe wie Rosmarinsäure und Kaffeesäure vor.

Für eine Anwendung in der Küche wird das gesamte Kraut vor oder während der Blüte verwendet. Zwar ist die Ernte den gesamten Sommer über möglich, allerdings schmeckt das Kraut kurz vor der Blüte am aromatischsten.

Bereits seit Jahrhunderten wird die Melisse als vielseitige Heilpflanze genutzt. Sie hat eine entspannende Wirkung auf das Nervensystem, wirkt beruhigend und lindert Ängste und Schlafstörungen. Bei Erkältungsbeschwerden wie Kopfschmerzen, Fieber oder Halsschmerzen kann sie ebenfalls heilend wirken. Für heilende Anwendungen werden insbesondere die Blätter verwendet. Sie können zum Beispiel gegen Entzündungen der Haut oder für Entspannungsbäder eingesetzt werden. Neuere Experimente haben gezeigt, dass Zitronenmelisse Herpes-simplex-Viren bekämpft. Cremes, die hochdosierte Zubereitungen aus dem Heilkraut enthalten, können bei den ersten Anzeichen eines Lippenherpes helfen.

Eine Studie der Human Cognitive Neuroscience Unit der University of Northumbria konnte erst kürzlich belegen, dass Zitronenmelisse die subjektive Entspannung erhöht und, abhängig von der Dosierung, die Geschwindigkeit kognitiver Prozesse beschleunigt. Die Studie stellt fest, dass die einmalige Einnahme von 300 mg Zitronenmelisse-Extrakt die Verarbeitung und Lösung mathematischer Aufgaben beschleunigt, ohne die Richtigkeit der Antworten zu verringern. 600 mg verbesserten negative Stimmungen und wirken beruhigend und entspannend. Dies wurde an 18 gesunden Probanden festgestellt. Diese Verbesserung der mentalen Leistungsfähigkeit bzw. die Stärkung des Gedächtnisses beruht ebenfalls auf der Optimierung eines Neurotransmitters im Gehirn, nämlich Acetylcholin. Zitronenmelisse soll nämlich die Aktivität von Acetylcholin erhöhen, der der wichtigste Neurotransmitter im Gehirn. Acetylcholin wird für nahezu alle wichtigen Denkprozesse im Gehirn benötigt, denn seine Konzentration bestimmt darüber, wie schnell die Kommunikationsprozesse zwischen den Synapsen ablaufen. Ist das Gehirn ausreichend mit Acetylcholin versorgt, läuft auch die Reiz- und Informationsweiterleitung schnell ab.

Rezepte:

Zitronenmelissen-Sirup
Die Zubereitung eines Sirups ist einfach, benötigt jedoch einige Tage Zeit zum Ziehen. Dafür wird das gesamte Kraut mit Stielen verwendet.

1 Bund frische Zitronenmelisse
1 Liter Wasser
1 kg Zucker
½ Bio Zitrone
leere Flaschen, zum Beispiel Bügelverschlussflaschen.

Wasser und Zucker in einem Topf für ein paar Minuten sprudelnd kochen. Etwa 10 Minuten abkühlen lassen. Zitrone in Scheiben schneiden, Melisse mit Stielen grob schneiden und zum Zuckerwasser geben.

Erkalten lassen und abgedeckt für 48 Stunden kühl stellen. Durch ein feines Sieb oder Tuch in einen Topf passieren und erneut für einige Minuten kochen. Heiß in sterile Flaschen füllen, sofort fest verschließen und abkühlen lassen. Dicht verschlossen ist der Sirup bei Zimmertemperatur für mehrere Monate haltbar.

Mit Spitzwegerich kannst du einen natürlichen Hustensirup einfach selber herstellen.

Zitronenmelissen-Zucker
Die Zubereitung von Zitronenmelissen-Zucker ist eine einfache Methode, das intensive Aroma zu konservieren und für Getränke, Kuchen oder anderen Süßspeisen das ganze Jahr über zu nutzen. Er ist sehr schnell und einfach gemacht und kann auch als liebevolles kleines Mitbringsel aus der Küche dienen.

150 g Zucker
50 g frische Zitronenmelissenblätter
einen Mörser
ein leeres Schraubglas (für 200 gr)

Blätter der Zitronenmelisse auf einem Tuch oder einer Zeitung ausbreiten und an einem schattigen Ort langsam trocknen lassen. Die getrockneten Blätter zusammen mit zwei Esslöffeln des Zuckers mörsern. Die Mischung mit dem restlichen Zucker in ein fest schließendes Glas geben.

Zitronenmelissen-Pesto
Dieses süße, zitronig-frische Pesto eignet sich als Dessert-Sauce, zum Backen oder als erfrischendes Topping zu Eis – es passt zu fast allen Leckereien!

40 g frische Zitronenmelisse
1 Handvoll Nüsse – z.B. Haselnüsse
1 EL geschmacksarmes Pflanzenöl wie Sonnenblumenöl
100 g Zucker
100 ml Wasser

Zucker und Wasser in einem Topf aufkochen, vom Herd nehmen und abkühlen lassen. Melisse waschen, dicke Stiele und braune Blätter aussortieren. Zusammen mit Öl und Nüssen zum Zuckerwasser geben und alles pürieren, bis eine homogene Masse entsteht. Dafür eignet sich beispielsweise ein Standmixer oder Pürierstab. Durch die Menge der Nüsse kann die Konsistenz individuell angepasst werden. In sterile Gläser abfüllen und Deckel verschließen.

Dicht verschlossen und kühl gelagert ist das Pesto für mehrere Wochen haltbar.
Für ein intensiv-würziges Pesto eignen sich auch die Blätter der Pfefferminze.
Heilende Anwendungen
Für heilende Anwendungen werden insbesondere die Blätter verwendet. Sie können zum Beispiel gegen Entzündungen der Haut oder für Entspannungsbäder eingesetzt werden.

Als Füllung für heilende Kräuterkissen ist die aromatische Zitronenmelisse ebenfalls bestens geeignet.

Tee
kann bei Anspannung, Nervosität und Magenbeschwerden helfen. Auch gegen Erkältungen wirkt Melissentee unterstützend, lindert Kopfschmerzen und verbessert die Atmung. Melisse ist zudem eine ergänzende Zugabe in Teemischungen gegen Schlafstörungen.

Für einen Teeaufguss wird die gesamte Pflanze verwendet – frisch oder getrocknet. Zur Trocknung des Krauts werden die Stiele zehn Zentimeter über dem Boden abgeschnitten und zu Sträußen gebunden. Anschließend kann es zerkleinert und zur Aufbewahrung in Schraubgläser gefüllt werden. Alternativ ist getrocknete Zitronenmelisse im Bioladen, Teegeschäft oder online erhältlich.

Für einen entspannenden Teeaufguss wird ein Esslöffel des getrockneten Krauts mit 250 ml kochendem Wasser überbrüht und nach fünf Minuten Ziehzeit abgeseiht, in anderen Rezepten wird bei Nutzung von frischen Kräutern empfohlen den Aufguss 20 Minuten ziehen zu lassen.

Ölauszug
Äußerlich kann die Melisse in Form eines Ölauszuges auf der Haut angewendet werden. Dieser wirkt beruhigend, kühlend, schmerzlindernd und kann durch die antibakteriellen Wirkstoffen Beschwerden wie Insektenstiche, Juckreiz, gerötete und gereizte Haut sowie Entzündungen lindern. Bei der Haltbarkeit des Ölauszuges orientiert man sich am Ablaufdatum des verwendeten Basisöls.

Lippenpflege gegen Herpes
Der hohe Anteil an Gerbstoffen in ätherischem Melissenöl ist für seine starke antivirale Wirkung verantwortlich. Den Herpesvirus dauerhaft heilen kann die Melisse nicht, aber sie verhindert die Vermehrung der Bläschen und unterstützt das schnelle Abheilen. Auf noch nicht vollständig entwickelte Herpesherde aufgetragen wirkt es so stark antiviral, dass die schmerzhaften Bläschen gar nicht erst entstehen.

Das reine ätherische Melissenöl und Salben mit Melissenextrakt verfügen über diese stark antivirale Wirkung.
Ein selbstgemachter Ölauszug mit Melisse besitzt einen geringen Anteil des ätherischen Öls.

30 ml Ölauszug der Zitronenmelisse
8 g Bienenwachs (am besten von einem Bio-Imker)
8 g Sheabutter
optional ein paar Tropfen ätherisches Melissenöl für eine verstärkte Wirkung

Für die Zubereitung alle Zutaten, bis auf das ätherische Öl in ein Glas geben und die Mischung langsam in einem Wasserbad erwärmen, bis alle Bestandteile geschmolzen sind. Dann das Glas aus dem Wasser nehmen, das ätherische Öl unterrühren und den Balsam in Lippenstifthülsen oder kleine Tiegel füllen.

Für eine lange Haltbarkeit sind sauberes Arbeiten und sterile Utensilien wichtig. Zudem kann die Lippenpflege durch Zugabe einiger Tropfen Vitamin-E-Öl zusätzlich konserviert werden.

Quellen:
https://www.apotheken-umschau.de/
https://www.kraeuter-buch.de
https://www.mein-schoener-garten.de
https://de.wikipedia.org/wiki/Zitronenmelisse
www.zitronenmelisse.org

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SLOW FOOD

bewusst, gesund, lecker..

Die Organisation wurde im Juli 1986 von Carlo Petrini aus dem piemontesischen Bra und seinen Freunden des Barolo auf Schloss Fontanafredda mitten in den Weinbergen des Barolo als „Arcigola“ gegründet. Zusätzlichen Anschub erhielt die Bewegung durch die Eröffnung einer Burger-Filiale 1986 auf der von antiken und barocken Gebäuden umgebenen Piazza Navona in Rom. Daraufhin organisierten neben Petrini vor allem Redakteure der Tageszeitung Il Manifesto ein öffentliches Protestessen mit traditionellen italienischen Speisen an der Spanischen Treppe in Rom. Am 9. Dezember 1989 wurde aus Arcigola bei einem Treffen von Anhängern aus aller Welt in der Komischen Oper von Paris Slow Food. Seither ist Slow Food eine internationale Vereinigung mit mehr als 100.000 Mitgliedern

In einer programmatischen Erklärung werden die Ziele der Bewegung erläutert:

    • Der Genuss steht im Mittelpunkt, weil jeder Mensch ein Recht darauf hat.
    • Qualität braucht Zeit.
    • Die ökologische, regionale, sinnliche und ästhetische Qualität ist Voraussetzung für Genuss.
    • Geschmack ist keine Geschmackssache, sondern eine historische, kulturelle, individuelle, soziale und ökonomische Dimension, über die durchaus gestritten werden soll.

Darüber hinaus versteht sich der Verein als Lobby für Geschmack, aber auch für regional angepassten und ökologischen Anbau, für den Erhalt der Biodiversität und der kulinarischen Kulturen.

In Deutschland wurde 1992 ein nationaler Verein gegründet. Slow Food Deutschland e.V. hat inzwischen über 13.500 Mitglieder in rund 85 lokalen Gruppen, den Convivien. Der Verein ist Träger der Demonstration „Wir haben es satt!“. Seit 2011 steht Ursula Hudson dem Verein vor. Burchard Bösche beschreibt in seinem Buch die Gründung von Slow Food 1996 in Hamburg.

Slow Food Youth Network, die Jugendbewegung von Slow Food, ist ebenfalls in Deutschland aktiv. Junge Köche, Bauern, Künstler, Lebensmittelhandwerker, Studierende und Interessierte für die Ziele von Slow Food ein – durch Schnippeldiskos, Eat-Ins, Kochaktionen, Workshops und vieles mehr.

Die Ziele der Bewegung umfassen auf internationaler Ebene vor allem den Erhalt der biologischen und kulturellen Vielfalt im Lebensmittelbereich, die Förderung einer handwerklichen und umweltfreundlichen Lebensmittelerzeugung, die Förderung der Geschmacks- und Lebensmittelbildung und die Unterstützung des direkten Kontakts und der Solidarität von Produzenten, Verbrauchern (Coproduzenten), Händlern, Köchen, Wissenschaftlern und anderen Akteuren der Lebensmittelwelt. Ein wichtiges Projekt ist die Slow Food Arche des Geschmacks, ein internationales Projekt zur Bewahrung regionaler Nahrungsspezialitäten sowie Projekte zur Erhaltung regionaler Obst-, Gemüse-, Getreidesorten- und Nutztiervielfalt. Es geht ihr aber auch um den Erhalt, die Wiederbelebung und Umsetzung traditioneller Weiterverarbeitungsmethoden.

Inzwischen engagieren sich über 100.000 Mitglieder in tausenden von Projekten in über 160 Ländern für den respektvollen Umgang mit hochwertigen Lebensmitteln und deren bewussten Genuss. website: slowfood.com

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Tiny Houses – kleiner wohnen

Dass nicht die Quadratmeter eines Hauses, sondern die Lebensqualität zählt wenn es um unser Zuhause geht, haben wir wohl schon immer geahnt. Bereits in den 1980er Jahren hat es der “Löwenzahn“-Moderator Peter Lustig vorgemacht, ganz entspannt in einem winzigen Bauwagen. Allerdings waren Quadratmeter, also Platz, um sich mit all seinen Besitztümern breit zu machen damals, wie oft auch heute, ein wichtiges Statussymbol. In Bauwagen wohnen allenfalls Aussteiger, Freaks – und eben Künstler. Aber es ändert sich etwas.

Mittlerweile gilt: Besitz ist nicht alles! Einerseits ist Lebensraum in Städten noch knapper geworden, was auch daran liegt, dass immer mehr Menschen allein wohnen (in Deutschland sind es rund 40 Prozent, Tendenz steigend) und die Metropolen immer weiter anschwellen. Andererseits kam ab 2008 noch die weltweite Finanzkrise hinzu, die so manchen sein hoch verschuldetes Eigenheim kostete und zusammen mit fortschreitendem Klimawandel und der Digitalisierung für weitere Ängste sorgte. Auch durch all diese Faktoren bekam das Small House Movement Aufwind.

Und das ist nur logisch, scheinen die winzigen Häuschen doch eine Lösung für viele dieser Probleme zu bieten: 1.) benötigen sie nur wenig Platz, 2.) sind die Investitionskosten überschaubar, 3.) sind viele der Tiny Houses flexibel und mobil, 4.) benötigt ihr Bau nur geringe Ressourcen.

Eine feste Definition für den Begriff Tiny House gibt es nicht. Schließlich kann die Antwort auf die Frage, ab wann eine Wohnfläche als klein gilt, je nach Nationalität und Lebensumfeld (Stadt oder Land) sehr unterschiedlich ausfallen. Gleiches gilt für die Architektur. Manche Minihäuser klemmen zwischen zwei anderen Gebäuden mitten in der City. Wieder andere haben Räder oder schwimmen, sind in Kuben- und Kugelform oder als Baumhaus errichtet, dienen als Hauptwohnsitz, Ferienhaus und Arbeitszimmer, beherbergen Sauna oder Anglerhütte. In den USA ist seit 2017 offiziell im Baugesetz festgelegt worden, dass es sich um ein Tiny-House handelt, wenn es nicht mehr als 37 qm Wohnfläche hat. In Deutschland bezeichnet man diese Häuser, wenn sie nicht mobil sind, dann auch gern als Mikro-, Mini- oder Single-Häuser.

Das perfekte Zuhause für moderne Nomaden: Ein rustikales Tiny House auf Rädern.

Tiny Houses auf Rädern sind keine neue Erfindung: Bereits in den 1920er Jahren gab es Tüftler, die die Mobilität des Autos mit der Behaglichkeit des eigenen Zuhauses verbinden wollten. So entstanden die ersten „Motorhomes“ – mit zunehmendem „Tuning“ war jedoch bald der ursprüngliche, an ein Haus erinnernde Aufbau einer kompakteren Form gewichen.

Die Sehnsucht nach kleinen Zufluchtsorten, sei es zur inneren Einkehr oder zur Erholung, ist noch wesentlich älter: Man denke nur an Eremitagen oder auch an Henry Thoreaus „Walden“… Verschiedene Architekten veröffentlichten in den vergangenen hundert Jahren Entwürfe für auf das Wesentlichste reduzierte Behausungen. Lloyd Kahn und Bob Easton brachten 1973 „Shelter“ heraus, eine Dokumentation bodenständiger Bauweisen und Minihäuser in aller Herren Länder. 1987 erschien das Buch des US-amerikanischen Architekten Lester Walker „Tiny Tiny Houses: or How to Get Away From It All“. Einen regelrechten Hype löste Architektin Sarah Susanka dann mit ihrem 1998 erschienen Buch „The Not So Big House“ und den folgenden „Not So Big …“-Veröffentlichungen aus. Sie bereitete damit auch den Boden für das von Jay Shafer angeschobene „Tiny House Movement“ in den USA.

Ein weiteres Merkmal: Viele der Bauten sind zudem so ausgestattet, dass der Bewohner auch autark leben könnte, es gibt zum Beispiel Solarpaneele, Regenwasser-Auffanganlagen oder Bio-Toiletten. Denn auch der Wunsch nach Downsizing, nach einem Leben ohne Überfluss, spielt bei vielen Minihaus-Anhängern eine Rolle. Dazu gehört einerseits die Reduktion von Wohnraum und Besitz, manchmal aber auch die Sehnsucht sich ein Stück weit aus der Gesellschaft zurückzuziehen und sich beispielsweise in einem wilden Wald oder auf einem anderen nur wenig erschlossenen Gebiet niederzulassen.

Ein Tiny House scheint die ideale Lösung zu sein, um das Bedürfnis des „eigenen Daches über dem Kopf“ und ein knappes Budget (sowie nicht auszuschließende Wohnortswechsel) ohne nennenswerte Verschuldung unter einen Hut zu bringen. Tiny House Enthusiasten geht es in der Regel um die Reduzierung auf das Wesentliche zugunsten finanzieller Freiheit und persönlicher Unabhängigkeit sowie um einen Beitrag zu Ökologie und Nachhaltigkeit.