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La Strada – internationales Festival der Straßenkünste

Alles bleibt anders!
LA STRADA bleibt sich im zweiten Corona-Jahr in seiner Wandelbarkeit treu.

Freuen Sie sich auf zehn Tage LA STRADA, wenngleich auch in vollkommen anderer Gestalt. Lange wurde an neuen Formen und Formaten gearbeitet, um trotz Corona im Juni vielen einen eintrittsfreien Kunstgenuss im öffentlichen Raum und das gemeinsame Erleben zu ermöglichen. Jetzt wird es aber endlich Zeit!
Neben dem Hauptort in den Wallanlagen dürfen Sie sich in diesem Jahr auch noch auf einige neue Orte freuen.

Alle Informationen zu den neuen Formaten sind ab dem 27.5. hier zu finden. https://lastrada-bremen.de/

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Wohngalerie für Wohnen, Design und Lebensart des 20. Jahrhunderts

Eine tolle Adresse im Internet: http://www.teenagewasteland.de/
TeenageWasteland zeigt eine virtuelle Sammlung ausgesuchter Möbel, Leuchten, Accessoires, Geräte und Objekte, die einen zeittypischen Einblick auf ihre Entstehungsepoche zulassen. Der Schwerpunkt ist Design und Lebensart des 20. Jahrhunderts, vornehmlich die 50er, 60er und 70er Jahre, aber auch die eine oder andere Kostbarkeit aus den 20er, 30er Jahren oder Antiquität ist mit dabei. Teils mit ausführlichen Informationen zu Entstehung, Material, etc.

http://www.teenagewasteland.de/

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Open air, Bremen

SAMSTAG, 5. JUNI 2021 VON 15:00 BIS 19:00
Open Air Festival DKP #019 Nachmittags
Die Komplette Palette / Das Kleine Paradies, Bremen

Abhängig von der aktuellen Situation geht es an diesem Wochenende in die zweite Runde. Diese Veranstaltung findet offline statt.
Der Stream ist die Weser.
Die erste Veranstaltung findet von 15h bis 19:00h statt, die zweite von 19:30 bis 23:59 . Es können jeweils 250 Gäste an diesen Veranstaltungen teilnehmen, damit die geltenden Abstände gewahrt werden.
Die diesjährige Oben-Ohne-Bühne namens MS Contain wird mit Bands und DJs bespielt, die persönlichen Paletten-Dancefloors bieten Platz und Abstandsmöglichkeit.
Wie auch in den letzten Jahren gibt es einen bunten Strauß an Styles und Vibes, für Good Times an der frischen Luft.
Das musikalische Programm besteht aus ganz feinen Zutaten, die Anfang Mai veröffentlicht werden.
Tickets gibt es nur im Vorverkauf ab ca Anfang Mai!
Keine Abendkasse!

https://www.facebook.com/events/243429187447912/
https://dkp.online/

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Ayur Veda

..ist die „Wissenschaft vom langen Leben“. Mit der rund 4000 Jahre alten, aus der alten vedischen Hochkultur Indiens stammenden Tradition, ist Ayur veda das älteste bekannte Gesundheitssystem überhaupt.

Kern des Ayur Veda sind die drei Doshas, die drei grundlegenden Konstitutionen.

Vata – entspricht dem Äther und dem Luftelement ( Bewegungsprinzip)
Pitta – entspricht dem Feuer (Stoffwechselprinzip)
Kapha – Entspricht dem Wasser und dem Erdelement ( Strukturprinzip)

Die meisten Menschen lassen sich einem dieser Doshas, welches überwiegt, zuordnen. Für die Gesundheit und das Wohlbefinden eines Menschen ist es wichtig, dass sich die Doshas in einem gesunden Gleichgewicht befinden.

Das Leben ist gemäß der Ayurveda-Auslegung eine Einheit von Körper, Sinnen, Verstand und Seele. Der Mensch setzt sich aus den drei Doshas, den sieben Basisstoffen (Rasa, Rakta, Mansa, Meda, Asthi, Majja und Shukra) und den Abfallstoffen des Körpers (Fäkalien, Urin, Schweiß) zusammen. Das Wachsen und der Verfall des Menschen und seiner Bestandteile hängen mit der Nahrung zusammen aus der Basisstoffe, Dhatus, und Abfallprodukte, Mala, entstehen. Nahrungsaufnahme, Verarbeitung, Absorption, Assimilation und Stoffwechsel haben Auswirkungen auf Gesundheit und Krankheit, die maßgeblich von physiologischen und psychischen Mechanismen und vom Element Feuer (Agni) beeinflusst werden.

Im Ayurveda ist alles im Universum aus den sog. neun Substanzen (Dravyas) zusammengesetzt: den fünf Elementen („Pancamahabhutas“), plus dem Geist „Manas“, der Seele „Atman“, dem Raum „Dik“ und der Zeit „Kala“. Die fünf Elemente – Wasser, Erde, Feuer, Luft und Äther – sind in jedem Stoff in unterschiedlicher Proportion vertreten, sodass sich jeder Stoff durch seine Anteile dieser Elemente kategorisieren lässt. Demzufolge sind auch alle Lebewesen aus diesen Elementen zusammengesetzt.

Gesundheit und Krankheit hängen vom Vorhandensein eines ausgeglichenen Gleichgewichts des Ganzen und seiner Bestandteile ab. Innere und äußere Einflüsse können für das fehlende Gleichgewicht verantwortlich sein. Der Gleichgewichtsverlust kann durch Diäten, unerwünschte Angewohnheiten, Nichtbeachtung der Regeln für gesundes Leben und aus vielen anderen Gründen entstehen.

Das Ziel der ayurvedischen Heilkunst ist die Vermeidung von ernsthaften Erkrankungen, indem man versucht, den Auslöser der Erkrankung zu verstehen, erste, unspezifische Anzeichen zu erkennen und den Boden für einen Ausbruch zu entziehen. Dies geschieht vor allem durch die Bemühung um die für den jeweiligen Patienten „richtige“ Ernährung und Lebensweise, sowie das Ziel, ungesunde Gewohnheiten aufzugeben. Dazu gibt es eine Reihe von Behandlungen, die vor allem dem Körper dabei helfen sollen, das richtige Verhältnis der drei Doshas zu erhalten oder wiederzuerlangen. Bekannt sind etwa die diversen Öl- und Pulvermassagen und das Panchakarma, ein aus fünf Teilen bestehendes Reinigungsprogramm (Panch heißt auf Hindi „fünf“, Karma bedeutet „Handlung, Behandlung“).

Die Diagnose wird am Patienten als Ganzem durchgeführt. Dazu gehören z. B. eine generelle körperliche Untersuchung, Puls- und Urinuntersuchungen und eine Prüfung von Zunge und Augen, unabhängig davon, in welchem Körperbereich die Beschwerden vorliegen. Dies dient nicht nur der Diagnosefindung, sondern auch dazu, die individuelle Konstitution, also das Verhältnis der Doshas im Patienten zueinander zu ermitteln. Mit Hilfe dieser Information wird die für diesen Patienten angezeigte Therapie bestimmt.

Die Behandlung beinhaltet das Vermeiden ursächlicher Faktoren, die für das fehlende Gleichgewicht der Doshas verantwortlich sind. Normalerweise besteht eine Behandlung aus Medizin, manueller Therapie, spezieller Diät und vorgeschriebener Tagesroutine. Im Ayurveda ist die individuelle Diät der Hauptpfeiler der Therapie. Dafür gibt es zwei Gründe: nur qualitativ und quantitativ hochwertige Nahrung kann vom Körper zu qualitativ und quantitativ hochwertigem Gewebe verstoffwechselt werden; zweitens beeinflusst jede zugeführte Substanz durch ihre eigene Zusammensetzung der Elemente den körperlichen Organismus, es muss also beim Patienten auf die Zufuhr von Elementen im richtigen Verhältnis geachtet werden.

Allgemeine Empfehlungen, die für alle Menschen gelten, sind:

nur bei Hunger essen
erst wieder essen, nachdem die letzte Mahlzeit verdaut wurde
die Hauptmahlzeit mittags einnehmen, wenn die Verdauung am stärksten funktioniert
nie in unruhiger Gemütsverfassung essen, nicht im Stehen, in Eile
sich nicht völlig satt essen: „nur zwei Hände voll“
frische, der eigenen Konstitution, der Jahreszeit und den Örtlichkeiten angepasste Lebensmittel essen
Wasser (abgekocht, nie kalt) und Kräutertee trinken, aber nur, wenn man durstig ist
alle sechs ayurvedischen Geschmacksrichtungen (Rasa) in jeder Mahlzeit zu sich nehmen: diese sind süß, sauer, salzig, scharf, bitter und herb (bzw. zusammenziehend)
keine natürlichen Bedürfnisse (also Stuhlgang, Miktion, Winde, Aufstoßen, Gähnen, Weinen etc.) unterdrücken.

Stoffwechsel und Gewebeaufbau (Dhatu)
Die Zusammensetzung der Nahrung in Bezug auf die Elemente hat direkten Einfluss auf den Organismus: aus ihr werden alle Gewebe des Körpers gebildet und aufrechterhalten. Man unterscheidet sieben Gewebegruppen Saptadhatu („sieben Gewebe“), die nach der Dauer ihres Erneuerungszyklus und weiteren Kriterien aufsteigend gestaffelt sind: Rasa (interstitielle Flüssigkeit, Lymphe), Rakta (der zelluläre Anteil des Blutes, Sehnen und Venen), Mamsa (Muskelgewebe, Haut), Meda (Fettgewebe im Allgemeinen), Asthi (Knochengewebe, davon der stabilisierende Anteil), Majja (Knochenmark und Nervengewebe), Shukra (Fortpflanzungsgewebe im engeren Sinn, aber auch die Fähigkeit der Zellerneuerung im ganzen Organismus).

Als „achtes Dhatu“ entsteht im Idealfall aus den Dhatus Ojas, eine immaterielle feinstoffliche Substanz, die auch bei positiven Erlebnissen entsteht, so die Lehre. Ojas stärkt demnach die Abwehrkräfte des Körpers und verbindet Körper und Geist. Voraussetzung für die Bildung von Ojas ist jedoch ein gutes „Verdauungsfeuer“, Agni genannt. Dieses wird unter anderem beeinflusst durch die Qualität der Nahrungsmittel.

Agni-Störungen äußern sich als Blähungen, Völlegefühl, Sodbrennen oder Heißhunger. Während der Verdauung werden Nährstoffe in brauchbare Substanzen und Abfallstoffe, Mala, getrennt. Eine schlechte Verdauung erzeugt nicht nur qualitativ unzureichende Gewebe, sondern außerdem Ama („unvollständig Verdautes“), der sich Ayurveda zufolge im Körper ansammelt, was alle Stoffwechsel­vorgänge beeinträchtigen kann, aber auch auf der seelischen Ebene kann durch „unverdaute“ Ereignisse und Probleme Ama entstehen.

Nahrungsmittel werden grundsätzlich in drei Klassen (Gunas) unterteilt:
Sattva-Guna: Milchprodukte, Getreide, Früchte und Gemüse. Sie sind süß, saftig oder ölig und können laut Ayurveda die Lebensdauer verlängern und das Lebensgefühl optimieren.
Rajo-Guna: Bittere, sauere, salzige, scharfe, heiße oder trockene Speisen, zu denen Chili, Zwiebel und Knoblauch gezählt werden. Diese erhitzen der Lehre zufolge Körper und Geist und können Aggressionen verursachen.
Tamo-Guna: Fleisch, Fisch und Geflügel. Sie entzögen dem Körper viel Energie und können die Ursache von Schmerzen und Krankheiten sein.[6]

Fleisch und Alkohol
Eine ausgewogene Ernährung im Sinne von Ayurveda wird als sattvisch bezeichnet. Der Konsum von Fleisch sollte achtsam geschehen. Indiziert ist der Verzehr von Fleisch bei ausgezehrten Menschen und Menschen mit Vata-Konstitution. Die Behauptung, ayurvedische Ernährung sei vegetarisch ausgerichtet, wird in den drei großen Klassikern (Caraka, Vagbhata, Susruta) klar widerlegt. Es gibt auch keine generelle Ablehnung von Alkohol: So gilt Wein in geringen Mengen als bestes Medikament, um Müdigkeit zu vertreiben (Caraka-Samhita).

Spezielle Typen
Darüber hinaus gibt es spezielle Empfehlungen für die einzelnen Dosha-Typen:

Vata-Typen neigen Ayurveda zufolge zu Verdauungsstörungen, Obstipation und Untergewicht und sollen daher – unbedingt regelmäßig – gekochte und nährende Kost bevorzugen und warme Getränke zu sich nehmen. Auch die Mahlzeiten sollten warm sein und etwas Fett enthalten. Die empfohlenen Geschmacksrichtungen sind salzig, sauer und süß, da sie Vata entgegenwirken.

Pitta-Typen haben laut Ayurveda ein starkes „Verdauungsfeuer“ und neigen deshalb zu Heisshunger; sie können kalte und warme Speisen zu sich nehmen, müssen aber darauf achten, nicht zu viel auf einmal zu essen und Frittiertes und Gebratenes zu meiden. Die Geschmacksrichtungen, die Pitta reduzieren, sind bitter, süß und herb.

Kapha-Typen neigen zu langsamer Verdauung und haben einen niedrigen Umsatz, weshalb sie bei unzureichender Bewegung zu Übergewicht neigen. Warme Speisen und Getränke, wenig Fleisch, viel Gemüse mit bitterem und herbem Geschmack und Scharfes wirken diesen Tendenzen entgegen.

In der Kindheit ist aufgrund des Wachstums Kapha als Dosha dominierend. Da das Wachstum hier aber selbstverständlich erwünscht ist, soll Kapha nicht gebremst, sondern nur im Rahmen gehalten werden: Kinder brauchen Süßes (gemeint sind Kohlenhydrate, kein Zucker!), Salziges, Saures (gekochtes oder frisches Obst, je nach Alter und Zustand des Agni). Außerdem ist es wichtig, Kinder daran heranzuführen, ihre persönlichen geschmacklichen Vorlieben, ihr Hungergefühl und besonders das eigene Befinden wahrzunehmen und einzuschätzen.

Quellen: Wolfgang U. Eckart: Geschichte der Medizin: Fakten, Konzepte, Haltungen. Springer-Verlag 2013; David Frawley: Das große Ayurveda-Heilungsbuch. Prinzipien und Praxis. München 2001, Wikipedia.

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The Great Spirit Prayer

The Great Spirit Prayer

Oh, Great Spirit, whose voice I hear in the wind, whose breath gives life to all the world.

Hear me; I need your strength and wisdom.

Let me walk in beauty, and make my eyes ever behold the red and purple sunset.

Make my hands respect the things you have made and my ears sharp to hear your voice.

Make me wise so that I may understand the things you have taught my people.

Help me to remain calm and strong in the face of all that comes towards me.

Let me learn the lessons you have hidden in every leaf and rock.

Help me seek pure thoughts and act with the intention of helping others.

Help me find compassion without empathy overwhelming me.

I seek strength, not to be greater than my brother, but to fight my greatest enemy, Myself.

Make me always ready to come to you with clean hands and straight eyes.

So when life fades, as the fading sunset, my spirit may come to you without shame.

Traditionelles Gebet von native americans, wie z.B Lacota und Sioux, ins Englische übersetzt von Chief Yellow Lark
Quelle: Akta Lakota Museum & Cultural Center, St. Joseph’s Indian School

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Aloe Vera

Dieses Liliengewächs (Aloe barbadensis Miller) wird schon lange wegen seiner wunderbaren kosmetischen Effekte geschätzt und wird auch als lebende Hausapotheke bezeichnet. Bei Bedarf schneidet man Teile der unteren, älteren Blätter ab und bringt den austretenden, dickflüssigen Saft direkt auf die Haut, z.b. bei Sonnenbrand oder als Feuchtigkeitsspender, als Gleitmittel nach den Wechseljahren, als Aftershave, bei kleinen Verletzungen, Verbrennungen oder Insektenstichen. In Südostasien wird der Saft auch wie flüssige Seife für die Haarwäsche genutzt. Auch gibt es eine spezielle Züchtung der Aloe barbadensis Miller („sweet“), die als essbare Aloe bezeichnet wird, da die sonst üblichen Bitterstoffe fehlen. Sie wird z.B. für Joghurts oder Mixgetränke verwendet, kann aber auch pur gegessen werden. Die herkömmliche Aloe Vera schmeckt dagegen extrem bitter und ist nur für den äußerlichen Gebrauch geeignet. So ist die bekannte Aloe Vera (Aloe barbadensis Miller) in Deutschland auch nicht als Heilpflanze, sondern nur zu kosmetischen Zwecken zugelassen.

Einzig die Baum-Aloe ( Aloe arborescens) ist in Deutschland als Heilpflanze zugelassen. Eine verbreitete Anwendung findet sich in der Unterstützung von Tumorbehandlungen, als Vorbereitung für eine traditionelle Therapie oder in Endstadien, wenn andere Therapien nicht mehr helfen. Außerdem wird über positive Wirkungen in der Behandlung von arthritischem Rheumatismus, zur Wiederherstellung der Leberfunktion und zur Senkung des Blutzuckerspiegels bei Diabetes Mellitus berichtet. Aloe arborescens gilt wegen abführender Anthrachinone als wirkungsvolles Entschlackungsmittel und soll sogar bei Fibromallergie helfen.

Die Besonderheit ist, dass bei Aloe arborescens das gesamte Blatt verwendet wird. Die Chlorophyll- und faserhaltige, grüne Außenschicht, die anthrachinonhaltige perizyklische Schicht, mit dem gelben „Lebenssaft“ und die innere Schicht mit dem bekannten durchsichtigen Aloe-Gel.

Der brasilianische Franziskaner-Pater Romano Zago aus Porto Allegre hat ein Buch über diese Heilpflanze geschrieben, das auch in deutsch übersetzt wurde. Hier findet sich ein Rezept von ihm, das gegen Krebs eingesetzt wird:

„Zutaten:

  1. Soviel abgeschnittene Aloe-arborescens-Blätter, dass sich die Länge von einem Meter ergibt (ca. 3-7 Stück)
  2. 500g kaltgeschleuderter Honig
  3. 5-6 EL Zuckerrohrschnaps (oder Kirschwasser)

Zubereitung:

  1. Die Blätter mit einem Tuch von Staub und Unreinheiten säubern, nicht waschen.
  2. Die Stacheln mit einem Messer sanft entfernen.
  3. Die Blätter klein schneiden
  4. Alle Zutaten im Mixer gut zerkleinern. Den Sirup kühl und dunkel verwahren.

Einnahme:
Bei vorhandener Krankheit ca. 20ml 2-3 mal täglich ca. 15 Minuten vor den Mahlzeiten einnehmen. Bei gesunden reicht ein Esslöffel morgens auf nüchternen Magen.

Wichtige Hinweise:

  1. Wurde mit der Einnahme des Aloe-Sirup begonnen, sollte es bis zum vollständigen Verbrauch des Sirups keine Unterbrechung geben.
  2. Nur die Blätter des Aloe arborescens verwenden! Andere sind für den Sirup nicht geeignet.
  3. Die Blätter nur morgens, kurz vor Sonnenaufgang oder abends, unmittelbar nach Sonnenuntergang abschneiden, da die Pflanze dann die stärksten Vitalkräfte hat.“

Andere Sorten, wie die KAP-ALOE (Aloe ferox) haben innerlich stark abführende Wirkung, diese Spezies ist z.B. ein Bestandteil von Schwedenbitter. In Polen sagt man: Zu jeder Mahlzeit ein Schnapsglas, mit gleichem Anteil Aloe-Blätter und Wodka im Mixer püriert, wirkt Wunder!

Ich dagegen schätze die wunderbare Wirkung von Aloe bei sonnengestresster Haut. Einfach ein Blatt abschneiden und auf die Haue reiben…herrlich entspannend.

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Naturnahe Landwirtschaft – Permakultur

Naturnahe Landwirtschaft – Wie zukunftsfähig ist das Konzept der Permakultur?

Von Stephanie Kowalewski, veröffentlicht auf www.deutschlandfunkkultur.de

Immer mehr Menschen interessieren sich für den Pflanzenanbau mit Permakultur, besonders in den Städten. Aber auch Bauern wirtschaften bereits erfolgreich mit der Methode, die auf Artenreichtum, Mischkultur und Humus setzt – ganz ohne Chemie.

„Das Wort Permakultur ist eine Verbindung von zwei Worten, von permanent und agriculture – permanent agriculture“. Denn es geht darum, über Jahrhunderte hinweg ausreichend zu ernten, um die Menschheit zu ernähren, ohne dabei die Böden auszulaugen oder Pflanzen und Tiere zu schädigen, indem die Natur so gut es geht kopiert wird.

Das ist ein gravierender Gegensatz zur sogenannten konventionellen Landwirtschaft, zum Beispiel in Deutschland:
Im derzeit vorherrschenden System ist es so: Wir haben bei knapp 12 Millionen Hektar Ackerland etwa die Hälfte Getreide. Die Hälfte davon wieder ist Weizen. Das heißt, ein Viertel des Ackerlandes besteht nur aus einer Kultur: Weizen.

Laut Weltagrarbericht dienen aber nur 43 Prozent des Getreides als Lebensmittel. Der überwiegende Teil wird zu Tierfutter, Sprit und Industriestoffen verarbeitet. Unstrittig ist auch, dass die industrielle Landwirtschaft erheblich zu den großen globalen Problemen beiträgt: Artensterben, Klimawandel, Umweltverschmutzung sowie Armut und Ungerechtigkeit. Dennoch geht es in der Agrarforschung bislang nicht um ein Umdenken, sondern um die Optimierung der Monokultursysteme.
Durch Züchtung, angepasste Bodenbearbeitung, Düngung, neuartigen Pflanzenschutz. Aber letztlich versucht man an dem Paradigma einer Reinkultur nichts zu ändern.

Dabei führt dieser Weg schon jetzt zu ausgelaugten Böden, die immer weniger Ertrag bringen. Weltweit gehen jedes Jahr Millionen Hektar fruchtbarer Boden verloren. Um Humus aufzubauen, empfehlen die Väter der Permakultur den Boden so wenig wie möglich zu stören – also nur oberflächlich lockern, statt pflügen und umgraben. Das widerspricht allem, was Landwirte und Hobbygärtner seit Jahrzehnten gelernt haben. Ein Umdenken wäre demnach nötig. Bei den Lebensmittelproduzenten ebenso wie bei den Konsumenten.

„Das Problem ist eben dieser Ressourcenverbrauch, der uns dahin bringt, zwar sehr billig Lebensmittel produzieren zu können aber Ressourcen raubt, die unsere Kinder brauchen.“
Mit der Permakultur verändert man den Ansatz, die Herangehensweise. Permakultur ist ein Ding zwischen Philosophie und Lebensauffassung und ein Werkzeug, um enkeltaugliche Lösungen zu finden.

Wie das gelingen kann, haben die beiden Australier Bill Mollison und David Holmgren im Konzept der Permakultur beschrieben, für das sie 1981 den Alternativen Nobelpreis bekommen haben.

Mischkultur, Zonierung und Energieeffizienz
Permakultur ist ein Konzept, das auf die Schaffung von dauerhaft funktionierenden nachhaltigen und naturnahen Kreisläufen zielt. Ursprünglich für die Landwirtschaft entwickelt, ist sie inzwischen ein Denkprinzip, das auch Bereiche wie Energieversorgung, Landschaftsplanung und die Gestaltung sozialer Infrastrukturen umfasst.

Grundprinzip ist ein ökologisch, ökonomisch und sozial nachhaltiges Wirtschaften mit allen Ressourcen.
Permakulturell gestaltete Lebensräume werden als Systeme aufgefasst, in denen das Zusammenleben von Menschen, Tieren und Pflanzen so miteinander kombiniert wird, dass die Systeme zeitlich unbegrenzt funktionieren und die Bedürfnisse aller Elemente so weit wie möglich erfüllt werden. Bei der Gestaltung solcher Systeme werden auch integrative Denkansätze und Erkenntnisse aus Systemtheorie, Biokybernetik und Tiefenökologie angewandt. Dabei richtet sich die Aufmerksamkeit nicht nur auf die einzelnen Bestandteile eines Systems, sondern insbesondere auch auf die Beziehungen zwischen diesen und ihre optimale Nutzung für den Aufbau produktiver Systeme.

Ziel einer permakulturellen Planung ist die Erhaltung und schrittweise Optimierung, um ein sich selbst regulierendes System zu schaffen, das höchstens minimaler Eingriffe bedarf, um dauerhaft in einem dynamischen Gleichgewicht zu bleiben. Dabei stehen sich die Befriedigung kurzfristiger Bedürfnisse und die nachfolgender Generationen gleichwertig gegenüber. Das System soll stets produktiv und anpassbar bleiben. Vorbild sind dabei meist beobachtbare Selbstregulations­prozesse in Ökosystemen wie etwa Wäldern, Seen und Ozeanen.

Permakultur setzt auf mehrjährige und sich selbst vermehrende Pflanzen.
Es gibt Beete mit Kohlpflanzen, Rosenkohl, Grünkohl, dazwischen liegen Eierschalen, ein alter Kaffeefilter, der schon ein bisschen verrottet ist. Das ist Flächenkompostierung. Wenn man naturnah den Boden bearbeiten will, dann muss man Humus anreichern. Die Arbeit machen die Bodenlebewesen, die brauchen Nahrung und setzten das mit der Zeit um. Gleichzeitig ist das auch Mulch. Der Boden ist abgedeckt, die Verdunstung wird runtergefahren.
Blanke Erde sieht man nirgendwo. Gibt es in der freien Natur ja auch nicht. Die Gemüsebeete werden dicht an dicht bepflanzt. Alles wirkt ein bisschen wild, durcheinander, irgendwie chaotisch. Aber dahinter steckt ein ziemlich ausgetüftelter Plan.

Zum Beispiel die Zonierung
Das bedeutet, dass man vorne die Pflanzen hat, die schnell wachsen, um die man sich vielleicht ein bisschen mehr kümmern muss. Pflanzen, die länger wachsen, die kommen dann in die zweite Reihe. Und dann kann man noch die dritte Reihe machen, wo dann praktisch Stauden hinkommen, die man mehr sich selbst überlassen kann. Das andere ist die Stapelung. Das bedeutet, dass man die Pflanzen so anordnet, dass die niedrigen Pflanzen vorne sind, die höheren dahinter und so. Und dann kommt noch die Mischkultur.

Die Radieschen vom vergangenen Jahr sind rund 50 Zentimeter hoch und dürfen bleiben. Der Boden wird nur oberflächlich gelockert. Knoblauch neben Erdbeeren, weil die Knolle die Beeren vor Schimmel schützt. Dazu passen Gurken – und überall dazwischen wachsen Salate, Wildkräuter und Beerensträucher. Weil die Pflanzen sich gegenseitig nützen und schützen, kommen Permakulturgärtner ohne Chemie aus.

Dieses Wissen findet man bis jetzt aber kaum an Universitäten und Ausbildungsstätten der Landwirte.
„Die Wissenschaft hat die Permakultur bisher auch noch nicht so besonders stark in den Fokus genommen. Wir sind bei der Permakultur, was die wissenschaftliche Betrachtung angeht, an einem Punkt, wo wir beim Ökolandbau vor 40 Jahren waren“, sagt Professor Thomas Döring, der an der Universität Bonn den Fachbereich Agrarökologie und Organischer Landbau leitet.

Die Ideen der Ökopioniere von damals wurden auch lange belächelt, sagt er. Heute macht die organische Landwirtschaft Milliardenumsätze. Ob die Permakultur auch einmal so erfolgreich sein wird, ist ungewiss. Die Forschung nimmt bislang nur einzelne Elemente des Konzepts unter die Lupe, wie etwa die typischen Mischkulturen. Es kam heraus, dass bei Permakulturen in 45 Ländern über alle Permakultursysteme hinweg insgesamt im Mittel 42 verschiedene Arten pro Standort wachsen. Das ist ein Vielfaches von dem, was auf einem normalen landwirtschaftlichen Betrieb angebaut wird. Diese große Vielfalt ist ein Schatz.

Es gibt zwar keine staatlich anerkannte Ausbildung, aber Führungen in Permakultur-Gärten, Vorträge, Praxisworkshops und auch mehrjährige Lehrgänge die man mit dem Titel Permakultur-Designer beziehungsweise Permakultur-Gestalter abschließt.

Tatsächlich ist die Permakultur ein Schmelztiegel für uraltes aber fast vergessenes Wissen rund um Natur, Landwirtschaft und Gemeinwohl. Bill Mollison und David Holmgreen haben daraus das Konzept für essbare, artenreiche und widerstandsfähige Landschaften entwickelt, das gerade offensichtlich den Zeitgeist trifft.

Die Anwendung von Permakulturprinzipien im Sinne einer integrativen, zukunftsfähigen Gestaltung unserer Lebensräume hat von Beginn an zur Formulierung ethischer Grundgedanken geführt. Auch diese wurden und werden ständig weiterentwickelt und bilden die Grundhaltung permakulturellen Denkens und Handelns. Sie sollen als Richtlinie für jegliches Permakultur-Design aufgefasst werden, sei es ein Garten-, Landwirtschafts- oder Forstprojekt, sei es der Bau eines Hauses oder einer ganzen Siedlung.

Ethische Grundwerte:
Achtsamer Umgang mit der Erde (Earthcare)
– diese ökologische Komponente zielt auf den behutsamen und vorausschauenden Umgang mit den natürlichen Lebensgrundlagen (Ressourcen), die als ein Geschenk der Erde für alle Lebewesen aufgefasst werden. Um ein Permakultur-Design als nachhaltig bezeichnen zu können, sollen die natürlichen Regenerations­zyklen (Stoff- und Energiekreisläufe) der lebenserhaltenden Systeme bewusst und langfristig eingeplant werden.

Achtsamer Umgang mit den Menschen (Peoplecare)
– diese soziale Komponente nimmt insbesondere Rücksicht auf die Selbstbestimmungsrechte aller Menschen. Hier wird das Problem von Freiheit und Verantwortung besonders deutlich. Allen das Recht auf eine frei gestaltbare Nutzung der Lebensgrundlagen zu gewährleisten, erfordert eine Balance zwischen individuellen und gemeinschaftlichen Bedürfnissen. Hieraus entspringt eine ethische Forderung nach sozialer Gerechtigkeit. Alle Menschen sollen das gleiche Recht auf Zugang zu den Lebensgrundlagen haben.

Selbstbegrenzung (Wachstumskritik) und Überschussverteilung (Limits to consumption and growth, redistribution of surpluses)
– Diese ökonomische Komponente leitet sich von der begrenzten Belastbarkeit und Regenerationsfähigkeit des Planeten Erde ab. Menschen sollen lernen, eine zukunftsfähige Selbstbegrenzung in Bezug auf die Befriedigung ihrer Bedürfnisse auszuüben, als Einzelne und als Gemeinschaft. Die dritte Komponente steht daher für eine bewusste Umsetzung von Selbstbegrenzung und einer (Rück)Verteilung der gemeinsam erzielten Überschüsse. Letztere bezieht sich auch auf die adäquate Rückführung in natürliche Kreisläufe. Damit schließt sich der Kreis zu Earthcare und Peoplecare, bzw. überschneiden sich die drei ethischen Aspekte.

Außerdem definierte Holmgren zwölf Gestaltungsprinzipien:
1. Observe and Interact – Sorgfältige Beobachtung systemischer Abläufe und durchdachte Interaktion mit den Systemelementen.
2. Catch and Store Energy – Wiederentdeckung und adäquate Nutzung von Energieträgern, die für alle Kulturen ein (überlebens)wichtiger natürlicher Reichtum waren: Wasser, Bodenhumus, Saatgut und Bäume. Besonderes Augenmerk auf lokale und regionale Autonomie, um im Zeitalter einer Energiewende nicht ‘von außen abhängig’ zu sein.
3. Obtain a Yield – Implementierung und Erhaltung ertragreicher Systeme wird Nachahmer inspirieren. Erfolgreiche Permakultursysteme werden sich ausbreiten (private und kommunale Selbstversorgung).
4. Apply Self-regulation and Accept Feedback – Selbstregulationsprozesse (produktive Feedbackschleifen) in den Systemen erkennen und nutzen. Je weniger in Systeme eingegriffen werden muss, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit, störend einzugreifen und arbeitsintensive Folgeschäden zu verursachen.
5. Use and Value Renewable Resources – Behutsame aber produktive Nutzung von erneuerbaren Ressourcen (Sonne, Wind, Wasser, Biomasse). Gleichzeitig verminderter Input nicht-erneuerbarer Ressourcen.
6. Produce No Waste – Abfallvermeidungs- und -verwertungskaskade: refuse, reduce, reuse, repair, recycle (dt. verzichten, vermindern, wiederverwenden, reparieren, recyceln).
7. Design from Patterns to Details – Erfolgreiche Gestaltung erfordert zunächst ein Verständnis der übergeordneten Muster in der Natur. Die geplanten und gewünschten Details eines Permakulturprojekts berücksichtigen diese Muster und richten sich nach ihnen (top-down thinking, bottom-up action).
8. Integrate Rather than Segregate – Kooperation vielfältiger Elemente statt Eliminierung einzelner und Konkurrenz untereinander.
9. Use Small and Slow Solutions – Kleine und langsame Lösungsstrategien machen Systeme für Menschen leichter überschaubar und langfristig produktiver als große mit hohem Energie- und Zeitaufwand.
10. Use and Value Diversity – Die Vielfalt von Elementen in Systemen nutzen und bewahren. Dies erhöht die Ausfallsicherheit und ermöglicht wiederum langfristige Selbstorganisation.
11. Use Edges and Value the Marginal – Den Reichtum und die Bedeutung von Randzonen (Übergänge von Systemen) erkennen und nutzen.
12. Creatively Use and Respond to Change – Kreative Nutzung natürlicher Kreisläufe und Sukzessionsfolgen, um auf kommende Herausforderungen flexibel und adäquat antworten zu können.

Noch sind die Landwirte mehr als zurückhaltend. Eine Umstellung auf Permakultur wäre tatsächlich eine große Herausforderung. Aber sie könnte behutsam, Schritt für Schritt erfolgen, denn schon einzelne Elemente der Permakultur können einen konventionellen Bauernhof nachhaltiger machen und gleichzeitig den Ertrag verbessern und, im Prinzip eignet sich jedes Feld dafür, Permakultur kann auch auf einem 1000 Hektar-Betrieb helfen und sinnvoll eingesetzt werden.

Hecken und Obstbaumreihen zum Beispiel helfen den Boden zu festigen, machen ihn zu einem besseren Wasserspeicher, schützen vor Wind und sorgen obendrein auch noch für eine zusätzliche Ernte.
Es kommt immer den Pflanzen zugute, weil die gerne in Gesellschaft wachsen. Dadurch hat der Kohlweißling es auch nicht ganz so leicht den Kohl zu finden, wenn die stark duftenden Tagetes daneben stehen. Das ist auch eine Form von Pflanzenschutz.

Permakultur-Fans sagen: Die ganze Welt war ursprünglich Permakultur. Milliarden von Jahren war die Welt Permakultur. Für sie ist völlig klar: Permakultur ist die Lösung.“ Und zwar die Lösung für die gegenwärtige Krise der Landwirtschaft und die weltweiten Ernährungsengpässe.
Friedrich Lehmann war ursprünglich klassischer Bauer, dann Bio-Bauer und hat vor 30 Jahren die Permakultur für sich entdeckt. Er sagt über die klassische Landwirtschaft:
„Mit der Art, wie wir Landwirtschaft betreiben, lässt sich unglaublich viel kurzfristiges Geld verdienen. Da geht es um Milliarden. Und wenn wir so arbeiten, wie wir in den letzten 200 Jahren gearbeitet haben, werden wir uns selber vernichten. Weil wir den Boden auslaugen, die Grundlagen zerstören, die Ressourcen zerstören.“
Eines der Hauptaspekte der Permakultur ist auch das Beobachten: Was hab ich da, was sehe ich denn, welche Ressourcen sind da.“

Vor allem in der Stadt ist Permakultur angesagt
Das ist gut so, meint Stefan Schwarzer, selbst Permakultur-Designer und Geograf bei den Vereinten Nationen:
„Permakultur wird in Deutschland vor allen Dingen von Städtern besetzt, die in ihrem kleinen Hausgarten Mischkultur betreiben wollen und eben sorgsam mit der Erde umgehen wollen, Vielfalt für Insekten und Vögel et cetera – was ja relativ hip ist in der westlichen Welt. Das ist auf der einen Seite die gute Nachricht, denn es braucht ganz viel Bewusstsein dafür, unseren Lebensstil zu verändern. Aber Permakultur und Landwirtschaft sind Bereiche, die sich noch nicht so hier überschnitten haben.“

Elemente für eine zukunftsweisende Landwirtschaft
Noch sind die Landwirte mehr als zurückhaltend. Eine Umstellung auf Permakultur wäre tatsächlich eine große Herausforderung. Aber sie könnte behutsam, Schritt für Schritt erfolgen, denn schon einzelne Elemente der Permakultur können einen konventionellen Bauernhof nachhaltiger machen und gleichzeitig den Ertrag verbessern, sagen Professor Thomas Döring und Stefan Schwarzer:
„Im Prinzip eignet sich jedes Feld dafür.“
„Permakultur kann auch auf einem 1000 Hektar-Betrieb helfen und sinnvoll eingesetzt werden.“

Hecken und Obstbaumreihen zum Beispiel helfen den Boden zu festigen, machen ihn zu einem besseren Wasserspeicher, schützen vor Wind und sorgen obendrein auch noch für eine zusätzliche Ernte.

„Das kann eigentlich jeder machen. Die Natur beobachten und dann kopieren. Das kann jeder Bauer machen“, davon ist der Händler und Obstbauer Friedrich Lehmann überzeugt.

Und zwar die Lösung für die gegenwärtige Krise der Landwirtschaft und die weltweiten Ernährungsengpässe.
„Mit der Art, wie wir Landwirtschaft betreiben, lässt sich unglaublich viel kurzfristiges Geld verdienen. Da geht es um Milliarden. Und wenn wir so arbeiten, wie wir in den letzten 200 Jahren gearbeitet haben, werden wir uns selber vernichten. Weil wir den Boden auslaugen, die Grundlagen zerstören, die Ressourcen zerstören.“

Noch zögern selbst Biobauern hierzulande, auf Permakultur zu setzten. Es gibt eben kaum Studien, die zeigen, dass sich eine Ernte im Einklang mit der Natur auch rechnet.

Das tut sie aber, sagt Stefan Schwarzer von den Vereinten Nationen, weil es ein ganzheitliches Konzept ist. Er verweist auf die bekannte „Ferme du Bec Hellouin“. Diese nur 3500 Quadratmeter große Farm in der Normandie ist zu einer Art Pilgerstätte für umweltbewusste Menschen geworden, denn der kleine Obst- und Gemüsebetrieb arbeitet – wissenschaftlich begleitet – nach den Prinzipen der Permakultur.

„Auf einem Zehntel der Fläche können die genauso produzieren, mit viel Handarbeit, wie ein normaler Gemüsebetrieb eben auf der zehnfachen Fläche“, sagt Stefan Schwarzer.

Besondere Einsatzmöglichkeiten für Entwicklungsländer
Auch andere Studien deuten eindeutig darauf hin, dass sich mit der Permakultur gute Erträge erzielen lassen, sagt Thomas Döring, Leiter des Fachbereichs Agrarökologie und Organischer Landbau an der Bonner Universität.
„Wenn man zwei Arten mischt, zum Beispiel ein Getreide und eine Ackerbohne, dann kann man durchaus eine Produktivitätssteigerung feststellen – ungefähr so 16 Prozent mehr Ertrag – im Vergleich immer zu den beiden einzelnen Kulturen. Und wenn wir nur zwei Arten mischen, dann ist das nur ein winziger Schritt hin zu einer Permakultur, die ja im Mittel 42 verschiedene Arten auf einem einzigen Standort miteinander vereint.“

Deshalb, sagt Stefan Schwarzer, ist die dauerhafte Landwirtschaft nach Mollison und Holmgren ein Garant für die Ernährung der Menschen – gerade in Schwellen- und Entwicklungsländern:
„Ich bin überzeugt, dass Permakultur mit den Ansätzen, die Natur zu kopieren, in Entwicklungsländern ein Riesenpotenzial hat. Zum einen, weil dort mehr Sonne zur Verfügung steht und in verschiedenen Höhenschichten gearbeitet werden kann. Zum anderen, weil Handarbeit dort günstiger ist, als bei uns.“
Tatsächlich hängt die weltweite Ernährungssicherheit von mehr als 500 Millionen Kleinbauern ab, urteilt die Welternährungsorganisation.

Bauern hierzulande brauchen Unterstützung bei Umstellung
Aber auch hiesige Großbetriebe könnten von der Nachhaltigkeit der Permakultur profitieren, selbst wenn sie nur einzelne Elemente übernähmen. Doch gerade unsere Bauern brauchen dabei Unterstützung, sagt Stefan Schwarzer, denn in kaum einem anderen Land wird der Kampf um möglichst niedrige Lebensmittelpreise so hart gekämpft, wie bei uns. Das lässt den Landwirten kaum Spielraum, neue Wege zu gehen, erklärt er:
„Wenn wir neue Wege gehen wollen, dann müssen wir, als Gesellschaft, die Politik, die Bauern unterstützen, diese Wege auch gehen zu können. Aus eigenen Mitteln ist das kaum möglich. Da wird mit Centbeträgen gerechnet und teilweise dauerhaft Verlust gemacht.“
Eine Idee wäre es, die jährlich mehr als sechs Milliarden Euro aus der EU-Agrarförderung anders unter den deutschen Landwirten aufzuteilen. Es könnten die mehr bekommen, die nachhaltig wirtschaften.

„Gleichzeitig, denke ich, ist es aber auch wichtig, dass wir einen neuen Zugang zur ökonomischen Bewertung solcher Systeme bekommen“, betont Thomas Döring von der Uni Bonn, denn wir zahlen nicht den wahren Preis für Lebensmittel, sagt er:
„All diese allgemeinen Güter, die geschützt werden, müssen eigentlich auch mit einbezogen werden in eine solche übergreifende ökonomische Bewertung. Insbesondere Biodiversität, Schutz von nicht erneuerbaren Ressourcen wie Boden oder Grundwasser.“

Dann wäre laut der Universität Augsburg konventionell erzeugtes Fleisch fast 200 Prozent teurer. Biofleisch würde gut 80 Prozent mehr kosten. Obst und Gemüse aus konventioneller Landwirtschaft wäre fast 30 Prozent teurer, das vom Ökobauern 6 Prozent. Doch solche transparenten und realen Preise sind nicht in Sicht, bedauert Stefan Schwarzer. Dennoch: Ich glaube was helfen wird ist, dass immer mehr Bauern selbst merken, dass es so nicht weitergehen kann. Dass sie merken, dass der Boden nicht mehr fruchtbar ist. Und vielleicht liegt da die Hoffnung.“
Immerhin verlieren alleine die deutschen Bauern jeden Tag 60 Hektar an wertvollen Böden. Diese tote Erde wieder fruchtbar zu machen, kann Generationen dauern.

Außerdem wächst der Druck der Kunden. Zunehmend mehr Menschen sind auf der Suche nach ökologischen und alltagstauglichen Alternativen, die sich bestenfalls auch noch in Gemeinschaft umsetzen lassen.

Auszüge aus einem beitrag von Stephanie Kowalewski, veröffentlicht auf www.deutschlandfunkkultur.de

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Kräuterkunde – Zitronenmelisse

Zitronenmelisse – beruhigt und entspannt

Die ursprünglich aus dem Mittelmeerraum stammende Zitronenmelisse wurde als Arzneipflanze in Zentraleuropa importiert und häufig in Klostergärten angebaut. Melisse heißt im Griechischen nicht nur „Honigbiene“, sondern gilt auch als Bienenweide und wurde daher früher gerne vor Bienenstöcken angepflanzt. Die Behausungen wurden außerdem mit dem Pflanzensaft eingerieben, der mit seiner antiseptischen Wirkung die Ausbreitung von Krankheiten verhindern sollte. In der Volksheilkunde wird die Zitronenmelisse überwiegend gegen Unruhe und Schlafstörungen eingesetzt, ihr Wirkungsspektrum ist allerdings deutlich größer.

Die Melisse (Melissa officinalis) wächst bis zu 80 Zentimeter in die Höhe und duftet zitrusartig. Die Pflanze besitzt gegenständig angeordnete Blätter, die eiförmig aussehen und an den Rändern grob gesägt sind. In den Blattachseln sitzen weiße bis gelbliche, zweilippige Blüten, die sich in Scheinquirlen anordnen. Melisse gehört zu den Lippenblütlern (Lamiaceae) und blüht von Juni bis August. Sie stammt aus dem östlichen Mittelmeerraum, wird inzwischen aber in Mittel-, Süd- und Osteuropa angebaut.

Zitronenmelisse passt mit ihrem frischen zitonigem Aroma sehr gut zu Salaten, Pasta-Gerichten und Fisch. Auch Dressings, Dips und Saucen verleiht das Würzkraut eine frische Note. Bei heißen Gerichten ist es empfehlenswert, das frische Kraut erst am Ende des Kochvorgangs dazuzugeben, damit das Aroma nicht verloren geht. Die Blüten können zur Dekoration von Desserts oder Salaten genutzt werden.

Daneben kannten medizinische Gelehrte die Zitronenmelisse bereits im Altertum als Heilpflanze. Hildegard von Bingen empfahl das Kraut einst als Mittel, welches “das Herz freudig macht.” Mönche brauten aus Melisse, Alkohol und anderen Kräutern einen Trunk, der gegen Verdauungsbeschwerden helfen sollte und im weit bekanntem „Klosterfrau Melissengeist“, der Anfang des 19. Jahrhunderts von der Nonne Maria Clementine Martin zusammengestellt wurde, ist Zitronenmelisse ebenfalls eine wichtige Zutat..

Melissenblätter enthalten ätherisches Öl, das sich unter anderem aus den Substanzen Citral, Geranial, Neral und Citronellal zusammensetzt. Diese Stoffe sind für den zitronenartigen Geruch verantwortlich. Daneben kommen beta-Caryophyllen und sogenannte Lamiaceengerbstoffe wie Rosmarinsäure und Kaffeesäure vor.

Für eine Anwendung in der Küche wird das gesamte Kraut vor oder während der Blüte verwendet. Zwar ist die Ernte den gesamten Sommer über möglich, allerdings schmeckt das Kraut kurz vor der Blüte am aromatischsten.

Bereits seit Jahrhunderten wird die Melisse als vielseitige Heilpflanze genutzt. Sie hat eine entspannende Wirkung auf das Nervensystem, wirkt beruhigend und lindert Ängste und Schlafstörungen. Bei Erkältungsbeschwerden wie Kopfschmerzen, Fieber oder Halsschmerzen kann sie ebenfalls heilend wirken. Für heilende Anwendungen werden insbesondere die Blätter verwendet. Sie können zum Beispiel gegen Entzündungen der Haut oder für Entspannungsbäder eingesetzt werden. Neuere Experimente haben gezeigt, dass Zitronenmelisse Herpes-simplex-Viren bekämpft. Cremes, die hochdosierte Zubereitungen aus dem Heilkraut enthalten, können bei den ersten Anzeichen eines Lippenherpes helfen.

Eine Studie der Human Cognitive Neuroscience Unit der University of Northumbria konnte erst kürzlich belegen, dass Zitronenmelisse die subjektive Entspannung erhöht und, abhängig von der Dosierung, die Geschwindigkeit kognitiver Prozesse beschleunigt. Die Studie stellt fest, dass die einmalige Einnahme von 300 mg Zitronenmelisse-Extrakt die Verarbeitung und Lösung mathematischer Aufgaben beschleunigt, ohne die Richtigkeit der Antworten zu verringern. 600 mg verbesserten negative Stimmungen und wirken beruhigend und entspannend. Dies wurde an 18 gesunden Probanden festgestellt. Diese Verbesserung der mentalen Leistungsfähigkeit bzw. die Stärkung des Gedächtnisses beruht ebenfalls auf der Optimierung eines Neurotransmitters im Gehirn, nämlich Acetylcholin. Zitronenmelisse soll nämlich die Aktivität von Acetylcholin erhöhen, der der wichtigste Neurotransmitter im Gehirn. Acetylcholin wird für nahezu alle wichtigen Denkprozesse im Gehirn benötigt, denn seine Konzentration bestimmt darüber, wie schnell die Kommunikationsprozesse zwischen den Synapsen ablaufen. Ist das Gehirn ausreichend mit Acetylcholin versorgt, läuft auch die Reiz- und Informationsweiterleitung schnell ab.

Rezepte:

Zitronenmelissen-Sirup
Die Zubereitung eines Sirups ist einfach, benötigt jedoch einige Tage Zeit zum Ziehen. Dafür wird das gesamte Kraut mit Stielen verwendet.

1 Bund frische Zitronenmelisse
1 Liter Wasser
1 kg Zucker
½ Bio Zitrone
leere Flaschen, zum Beispiel Bügelverschlussflaschen.

Wasser und Zucker in einem Topf für ein paar Minuten sprudelnd kochen. Etwa 10 Minuten abkühlen lassen. Zitrone in Scheiben schneiden, Melisse mit Stielen grob schneiden und zum Zuckerwasser geben.

Erkalten lassen und abgedeckt für 48 Stunden kühl stellen. Durch ein feines Sieb oder Tuch in einen Topf passieren und erneut für einige Minuten kochen. Heiß in sterile Flaschen füllen, sofort fest verschließen und abkühlen lassen. Dicht verschlossen ist der Sirup bei Zimmertemperatur für mehrere Monate haltbar.

Mit Spitzwegerich kannst du einen natürlichen Hustensirup einfach selber herstellen.

Zitronenmelissen-Zucker
Die Zubereitung von Zitronenmelissen-Zucker ist eine einfache Methode, das intensive Aroma zu konservieren und für Getränke, Kuchen oder anderen Süßspeisen das ganze Jahr über zu nutzen. Er ist sehr schnell und einfach gemacht und kann auch als liebevolles kleines Mitbringsel aus der Küche dienen.

150 g Zucker
50 g frische Zitronenmelissenblätter
einen Mörser
ein leeres Schraubglas (für 200 gr)

Blätter der Zitronenmelisse auf einem Tuch oder einer Zeitung ausbreiten und an einem schattigen Ort langsam trocknen lassen. Die getrockneten Blätter zusammen mit zwei Esslöffeln des Zuckers mörsern. Die Mischung mit dem restlichen Zucker in ein fest schließendes Glas geben.

Zitronenmelissen-Pesto
Dieses süße, zitronig-frische Pesto eignet sich als Dessert-Sauce, zum Backen oder als erfrischendes Topping zu Eis – es passt zu fast allen Leckereien!

40 g frische Zitronenmelisse
1 Handvoll Nüsse – z.B. Haselnüsse
1 EL geschmacksarmes Pflanzenöl wie Sonnenblumenöl
100 g Zucker
100 ml Wasser

Zucker und Wasser in einem Topf aufkochen, vom Herd nehmen und abkühlen lassen. Melisse waschen, dicke Stiele und braune Blätter aussortieren. Zusammen mit Öl und Nüssen zum Zuckerwasser geben und alles pürieren, bis eine homogene Masse entsteht. Dafür eignet sich beispielsweise ein Standmixer oder Pürierstab. Durch die Menge der Nüsse kann die Konsistenz individuell angepasst werden. In sterile Gläser abfüllen und Deckel verschließen.

Dicht verschlossen und kühl gelagert ist das Pesto für mehrere Wochen haltbar.
Für ein intensiv-würziges Pesto eignen sich auch die Blätter der Pfefferminze.
Heilende Anwendungen
Für heilende Anwendungen werden insbesondere die Blätter verwendet. Sie können zum Beispiel gegen Entzündungen der Haut oder für Entspannungsbäder eingesetzt werden.

Als Füllung für heilende Kräuterkissen ist die aromatische Zitronenmelisse ebenfalls bestens geeignet.

Tee
kann bei Anspannung, Nervosität und Magenbeschwerden helfen. Auch gegen Erkältungen wirkt Melissentee unterstützend, lindert Kopfschmerzen und verbessert die Atmung. Melisse ist zudem eine ergänzende Zugabe in Teemischungen gegen Schlafstörungen.

Für einen Teeaufguss wird die gesamte Pflanze verwendet – frisch oder getrocknet. Zur Trocknung des Krauts werden die Stiele zehn Zentimeter über dem Boden abgeschnitten und zu Sträußen gebunden. Anschließend kann es zerkleinert und zur Aufbewahrung in Schraubgläser gefüllt werden. Alternativ ist getrocknete Zitronenmelisse im Bioladen, Teegeschäft oder online erhältlich.

Für einen entspannenden Teeaufguss wird ein Esslöffel des getrockneten Krauts mit 250 ml kochendem Wasser überbrüht und nach fünf Minuten Ziehzeit abgeseiht, in anderen Rezepten wird bei Nutzung von frischen Kräutern empfohlen den Aufguss 20 Minuten ziehen zu lassen.

Ölauszug
Äußerlich kann die Melisse in Form eines Ölauszuges auf der Haut angewendet werden. Dieser wirkt beruhigend, kühlend, schmerzlindernd und kann durch die antibakteriellen Wirkstoffen Beschwerden wie Insektenstiche, Juckreiz, gerötete und gereizte Haut sowie Entzündungen lindern. Bei der Haltbarkeit des Ölauszuges orientiert man sich am Ablaufdatum des verwendeten Basisöls.

Lippenpflege gegen Herpes
Der hohe Anteil an Gerbstoffen in ätherischem Melissenöl ist für seine starke antivirale Wirkung verantwortlich. Den Herpesvirus dauerhaft heilen kann die Melisse nicht, aber sie verhindert die Vermehrung der Bläschen und unterstützt das schnelle Abheilen. Auf noch nicht vollständig entwickelte Herpesherde aufgetragen wirkt es so stark antiviral, dass die schmerzhaften Bläschen gar nicht erst entstehen.

Das reine ätherische Melissenöl und Salben mit Melissenextrakt verfügen über diese stark antivirale Wirkung.
Ein selbstgemachter Ölauszug mit Melisse besitzt einen geringen Anteil des ätherischen Öls.

30 ml Ölauszug der Zitronenmelisse
8 g Bienenwachs (am besten von einem Bio-Imker)
8 g Sheabutter
optional ein paar Tropfen ätherisches Melissenöl für eine verstärkte Wirkung

Für die Zubereitung alle Zutaten, bis auf das ätherische Öl in ein Glas geben und die Mischung langsam in einem Wasserbad erwärmen, bis alle Bestandteile geschmolzen sind. Dann das Glas aus dem Wasser nehmen, das ätherische Öl unterrühren und den Balsam in Lippenstifthülsen oder kleine Tiegel füllen.

Für eine lange Haltbarkeit sind sauberes Arbeiten und sterile Utensilien wichtig. Zudem kann die Lippenpflege durch Zugabe einiger Tropfen Vitamin-E-Öl zusätzlich konserviert werden.

Quellen:
https://www.apotheken-umschau.de/
https://www.kraeuter-buch.de
https://www.mein-schoener-garten.de
https://de.wikipedia.org/wiki/Zitronenmelisse
www.zitronenmelisse.org

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SLOW FOOD

bewusst, gesund, lecker..

Die Organisation wurde im Juli 1986 von Carlo Petrini aus dem piemontesischen Bra und seinen Freunden des Barolo auf Schloss Fontanafredda mitten in den Weinbergen des Barolo als „Arcigola“ gegründet. Zusätzlichen Anschub erhielt die Bewegung durch die Eröffnung einer Burger-Filiale 1986 auf der von antiken und barocken Gebäuden umgebenen Piazza Navona in Rom. Daraufhin organisierten neben Petrini vor allem Redakteure der Tageszeitung Il Manifesto ein öffentliches Protestessen mit traditionellen italienischen Speisen an der Spanischen Treppe in Rom. Am 9. Dezember 1989 wurde aus Arcigola bei einem Treffen von Anhängern aus aller Welt in der Komischen Oper von Paris Slow Food. Seither ist Slow Food eine internationale Vereinigung mit mehr als 100.000 Mitgliedern

In einer programmatischen Erklärung werden die Ziele der Bewegung erläutert:

    • Der Genuss steht im Mittelpunkt, weil jeder Mensch ein Recht darauf hat.
    • Qualität braucht Zeit.
    • Die ökologische, regionale, sinnliche und ästhetische Qualität ist Voraussetzung für Genuss.
    • Geschmack ist keine Geschmackssache, sondern eine historische, kulturelle, individuelle, soziale und ökonomische Dimension, über die durchaus gestritten werden soll.

Darüber hinaus versteht sich der Verein als Lobby für Geschmack, aber auch für regional angepassten und ökologischen Anbau, für den Erhalt der Biodiversität und der kulinarischen Kulturen.

In Deutschland wurde 1992 ein nationaler Verein gegründet. Slow Food Deutschland e.V. hat inzwischen über 13.500 Mitglieder in rund 85 lokalen Gruppen, den Convivien. Der Verein ist Träger der Demonstration „Wir haben es satt!“. Seit 2011 steht Ursula Hudson dem Verein vor. Burchard Bösche beschreibt in seinem Buch die Gründung von Slow Food 1996 in Hamburg.

Slow Food Youth Network, die Jugendbewegung von Slow Food, ist ebenfalls in Deutschland aktiv. Junge Köche, Bauern, Künstler, Lebensmittelhandwerker, Studierende und Interessierte für die Ziele von Slow Food ein – durch Schnippeldiskos, Eat-Ins, Kochaktionen, Workshops und vieles mehr.

Die Ziele der Bewegung umfassen auf internationaler Ebene vor allem den Erhalt der biologischen und kulturellen Vielfalt im Lebensmittelbereich, die Förderung einer handwerklichen und umweltfreundlichen Lebensmittelerzeugung, die Förderung der Geschmacks- und Lebensmittelbildung und die Unterstützung des direkten Kontakts und der Solidarität von Produzenten, Verbrauchern (Coproduzenten), Händlern, Köchen, Wissenschaftlern und anderen Akteuren der Lebensmittelwelt. Ein wichtiges Projekt ist die Slow Food Arche des Geschmacks, ein internationales Projekt zur Bewahrung regionaler Nahrungsspezialitäten sowie Projekte zur Erhaltung regionaler Obst-, Gemüse-, Getreidesorten- und Nutztiervielfalt. Es geht ihr aber auch um den Erhalt, die Wiederbelebung und Umsetzung traditioneller Weiterverarbeitungsmethoden.

Inzwischen engagieren sich über 100.000 Mitglieder in tausenden von Projekten in über 160 Ländern für den respektvollen Umgang mit hochwertigen Lebensmitteln und deren bewussten Genuss. website: slowfood.com